Gentechnisch verunreinigter Mais am Oberrhein ?

#1 von Edgar , 19.07.2009 14:22

Warum im Gegensatz zur "Zeitung am Samstag" die Ausgaben von "Der Sonntag" nicht im Internet erscheinen kann ich absolut nicht verstehen; insofern nützt auch eine 'Verlinkung' nichts ... Da gäbe es nur eines: ABSCHREIBEN

'Mal sehen ... denn Artikel und Kommentar sind wirklich sehr gut recherchiert und geschrieben !!!

Zitat
Wenn die falsche Saat aufgeht[/size]

Mutmaßlich GENTECHNISCH verunreinigter Mais sorgt für Ärger - weil die Behörden ihn wachsen lassen

Dass in der Oberrheinebene möglicherweise gentechnisch veränderte Maispflanzen wachsen – und das mit Billigung der Behörden – bringt Umweltschützer auf die Palme. Ob überhaupt und wenn ja, wie groß die Verunreinigung des Sattgutes war, ist im akuten Fall unklar. Klar dagegen ist: Völlige Gentechnikfreiheit wird mehr und mehr zur Illusion.

ALEXANDER HUBER

Auf rund 170 Hektar in den Landkreisen Emmendingen, Ortenau, Karlsruhe und Rhein-Neckar haben 14 Landwirte Maissaat in die Erde gebracht, die im Verdacht steht, geringe Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu enthalten. Im konkreten Fall geht es um Spuren der herbizidresistenten Maislinie NK 603 aus dem Hause Monsanto, die die sächsischen Umweltbehörden im Saatgut des niedersächsischen Unternehmens KWS gefunden haben wollen. NK 603 ist in der EU zwar als Lebens- und Futtermittel zugelassen, darf aber nicht angebaut werden. Unglücklicherweise rückten die Sachsen etwas spät mit ihren Ergebnissen heraus – da war die nach Baden-Württemberg verkaufte Saat schon aufgegangen.

Ebendieser Umstand bringt nun die Umweltschützer gegen die bisherige Landesregierung auf. Denn die hat den betroffenen Landwirten als Alternative zum Unterpflügen der fraglichen Pflanzen die Möglichkeit eingeräumt, diese aufwachsen zu lassen und später in einer Biogasanlage zu verfeuern. Nun wird befürchtet, dass die Blüte der Maispflanzen das Problem im wahrsten Sinne des Wortes noch weiter verbreitet. Der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Murschel spricht von einem „Großversuch“ der etwas anderen Art. Mehrere Umweltverbände haben in dieser Woche Strafanzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gestellt. Der Vorwurf: nicht genehmigte Freisetzung von gentechnisch veränderten Maispflanzen.

Wo genau die fraglichen Flächen liegen, halten die Behörden derzeit unter Verschluss. „Die betroffenen Landwirte willigten in eine Bekanntmachung nicht ein“, erklärte Karl Franz, Pressesprecher im baden-württembergischen Umweltministerium. Die Frage einer Veröffentlichung werde aber „dennoch weiter juristisch geprüft“.

Derweil zeiht die Affäre aber ohnehin weitere Kreise. Denn zumindest die Nachbarn der betroffenen Bauern müssen informiert werden. Dies sol in den nächsten Tagen geschehen, teilte das für die Angelegenheit zuständige Regierungspräsidium Tübingen Ende der Woche mit. Die Information solle über die Saatgutfirma KWS erfolgen, bislang wurden 90 Betriebe erfasst, die ale Nachbarn betroffen sein könnten.

Die KWS selbst stellte freilich schon im Mai nach Bekanntwerden der Ergebnisse in Abrede, dass NK 603 in ihr Mais-Saatgut gelangt sein könnte. Grundsätzlich, so eine KWS-Sprecherin gegenüber Der Sonntag, könne man eine Verunreinigung in sehr geringen Mengen zwar tatsächlich nicht ausschließen, doch im vorliegenden Fall sei sie schlichtweg unmöglich, weil die mutmaßlich verunreinigte KWS-Sorte Krassus nicht in Gebieten gezüchtet werde, wo es Felder mit NK-603-Mais gebe. Tatsächlich haben die Untersuchungen Verunreinigungen nur im Bereich von 0,03 bis 0,1 Prozent gefunden – und das auch nur bei einer Probe. In diesem Bereich können Analytiker nur sagen, dass sie etwas gefunden haben – aber nicht, wie viel genau.

Vorwurf: Verunreinigung hat Methode

Für Umweltschützer ist die Menge freilich zunächst auf gar nicht so relevant. Sie argwöhnen, dass die Verunreinigungen Methode haben, um die überwiegend Gentechnik-kritischen Verbraucher in Deutschland daran zu gewöhnen, dass es bald keine hundertprozentige Gentechnikfreiheit mehr gibt. Und dann, so mutmaßt Axel Mayer vom BUND Freiburg, könnte irgendwann eine „Ist-doch-sowieso-alles-wurscht-Haltung“ entstehen – ganz im Sinne der Agrokonzerne.

Tatsächlich sind GVO-Verunreinigungen keine wirkliche Seltenheit mehr. Bereits im April haben baden-württembergische Behörden weitere Fälle bei Mais festgestellt. Wieder im 0,03- bis 0,1-Prozent-Bereich, aber immerhin bei fünf von 99 Stichproben. Darunter war auch wieder Saatgut von KWS, aber auch von andren Züchtern. Die Verunreinigungen stammten von NK 603 und MON 810 – beides Monsanto-Produkte.

Die Verbindung von Monsanto und KWS hat erst Ende 2008 für Ärger gesorgt, und zwar bis in die Reihen der Aktiengesellschaft selbst. Einzelne Aktionäre wollten Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigern, weil sie die enge Zusammenarbeit ihres Unternehmens mit Monsanto auf dem Gebiet der Gentechnik für einen gefährlichen Irrweg hielten.

Zitat
STANDPUNKT

[size=110]GVO-VERUNREINIGUNG
Einer Demokratie nicht würdig

Schon klar: 0,1 Prozent – das ist ein winziger Bruchteil, auch wenn auf 170 Hektar da schon ein paar Pflanzen zusammenkämen. Doch so klein die Zahlen auch sein mögen: Bei der grünen Gentechnik ist der „Point of no return“ vermutlich schon überschritten.

Wer sich ein wenig mit den biologischen und mathematischen Gesetzen des Wachstums auskennt, weiß, wie schnell die Null vor dem Komma verschwinden kann, wie schnell die Prozentzahlen andere Ausmaße annehmen können. In vielen Gegenden der Welt ist das bereits der Fall: Anbau von konventionellen Pflanzen ist dort schlechterdings unmöglich geworden. Und auch hierzulande sind sich Kritiker und Befürworter im Grunde wenigstens darüber einig: Hundertprozentige Gentechnikfreiheit ist inzwischen kaum noch zu gewährleisten. Ob die immer noch überwiegend ablehnende Haltung der Bevölkerung an den noch zu wenig überzeugend klingenden Argumenten der Gentechnik-Befürworter liegt, an der in konservativen Medien inzwischen laut beschrienen angeblichen Technikfeindlichkeit der Deutschen oder vielleicht doch daran, dass grüne Gentechnik nicht ganz so harmlos ist, wie oft behauptet – das sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Dass wir aber peu à peu vor vollendete Tatsachen gestellt werden – wobei es letztlich egal ist, ob die Agrokonzerne die Verunreinigung bewusst manipulieren, wie einige Verschwörungstheoretiker meinen, oder sich einfach nur von der globalisierten Logistik in die Hände sielen lassen – das ist ein Vorgang, der einer demokratischen Gesellschaft nicht würdig ist.

ALEXANDER HUBER

Quelle: Der Sonntag v. 19.07.2009

Siehe auch unter Google - "Gentechnisch verunreinigter Mais am Oberrhein"

Als Mathe-Nachhilfelehrer möchte ich euch die nachfolgende Aufgabe zum Thema 'Exponentialfunktion' nicht vorenthalten:

Zitat
Aufgabe 9
Vibrio cholerae

Zu Beginn Bazillen in eine Nährlösung geben. 2 Stunden später sind es 30.000 Bazillen. Nach einer weiteren Stunde sind es 260.000.
a) Bestimmen Sie eine Wachstumsfunktion f. {Teillösung: k=2,16}
b) Wie viele waren es am Anfang? {Lösung: ca. 400}
c) Bestimmen Sie die Verdoppelungszeit. {Lösung: ca. 19,2 min}
Die Teilaufgaben d und e sind bzgl. des o. a. Themas irrelevant

Quelle: Dr. Klaus Heidler, Friedrich-Gymnasium, Freiburg (Neue Internet-Adresse)

Dagegen eine einfache (Spaß-) Aufgabe von mir:
Eine Pflanzenart vermehrt sich innerhalb eines Tages zum Doppelten der Ausgangsmenge des Vortages. Am 137. Tag ist ein Teich zur Hälfte von ihr bedeckt. An welchem Tag hat sie von der gesamten Oberfläche des Teiches Besitz ergriffen ? {Lösung: Am 138. Tag}

 
Edgar
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