RE: Re: Geschichte der Linie 31

#31 von Zwei , 04.12.2013 18:52

Interessant. Dass der eine Bus weiß und der andere schwarz ist, hatte ich voll übersehen
Ich denke, dass Post & Schwarz nur jeweils zwei wöchentliche Fahrten Rimsingen – Breisach und zurück gemacht haben, weil es keinen Bedarf gab. Und der Bedarf war nicht da, weil der Bus so selten fuhr. So habe ich es in den 1980ern und 1990ern, genau bis ins Jahr 2000 noch erlebt. Obwohl Gündlingen und beide Rimsingen schon Anfang der 1970er nach Breisach eingemeindet wurden, gab es von diesen Stadtteilen eine ganze Generation lang, nämlich bis Sommer 2000, nur eine sehr spärliche Verbindung (mittels Schwarz-Linie 251). Man konnte z.B. morgens nach Breisach fahren, aber erst mittags zurück. Das hat kaum ein Mensch gemacht, der schnell was einkaufen wollte. Aus den Ortsteilen fuhr man lieber nach Freiburg, da konnte man in der Regel alle 60 oder sogar 30 Minuten zurückfahren. Deshalb wurden die Fahrten auf der 251 sogar zeitweise nur noch von einem Ruftaxi gefahren. (Seit 2000 ist dank verlängerter Linie 31 der Personenverkehr zwischen Breisach und den Ortsteilen kontinuierlich gestiegen).

Dass der Schwarz 1967 laut Fahrplan in Breisach drei Stunden Aufenthalt hatte, ist auch interessant. In dieser Zeit hätte er einmal über Gündlingen - Merdingen nach Freiburg und zurück fahren können, und hätte immer noch genug Zeit gehabt, einen oder zwei Kaffee zu trinken. Vielleicht hat der Chauffeur sich aber auch während der gesamten drei Stunden ins Cafe gesetzt? Um das aufzuhellen, müsste man jetzt noch einen Schwarzfahrplan von 1967 auftreiben.

Interessanterweise hatte die Post ebenfalls eine lange Wartezeit in Breisach (2:40). Ich kenne keine Kraftpostlinie in Breisach. Sieht man im 1967er Fahrplanbuch, ob die Post damals in Breisach neben dem besagten Dienstag-und-Freitag-Wagen von und nach Rimsingen noch irgendwas anderes fuhr?

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Außerdem: Ist im VAG-Buch 1976 zufällig auch schon der Fahrplan J enthalten?

 
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RE: Re: Geschichte der Linie 31

#32 von Florian , 04.12.2013 22:30

Zitat von Zwei
Interessanterweise hatte die Post ebenfalls eine lange Wartezeit in Breisach (2:40). Ich kenne keine Kraftpostlinie in Breisach. Sieht man im 1967er Fahrplanbuch, ob die Post damals in Breisach neben dem besagten Dienstag-und-Freitag-Wagen von und nach Rimsingen noch irgendwas anderes fuhr?



Durch Breisach führte noch die Bahnbus-Linie Freiburg - Breisach - Colmar. Es gibt sogar vereinzelte Fahrten, bei denen ein "weißer Bus" hinterlegt ist und auch Fahrten die zeitlich zur Kraftpostverbindung passen würden.
Ich scan den Plan bei Gelegenheit ein..

Zitat
Außerdem: Ist im VAG-Buch 1976 zufällig auch schon der Fahrplan J enthalten?



Ja, die Linie J ist auch verzeichnet als Gemeinschaftslinie VAG und Schwarz KG. Zeige ich ebenfalls am Wochenende, wenns zeitlich bei mir wieder passt.

Gruß Florian

Florian  
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RE: Re: Geschichte der Linie 31

#33 von Zwei , 05.12.2013 20:22

Cool.

Das wäre auch ein Ding, wenn die Kraftpost im Jahr 1967 für den Bahnbus gefahren ist. Die "Omnibusverkehrsgemeinschaft Bahn/Post" entstand erst 1971, und solange es die Kraftpost gab, habe ich nie einen Bahnbus nach Sankt Peter fahren gesehen. Vielleicht war es in Breisach anders. Ein gelber Postbus vor dem Colmarer Bahnhof hat sich sicher auch ganz gut gemacht ...

 
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Heinrich Schwarz 1927

#34 von Joachim , 28.04.2014 21:16

http://tuniberg-express.de/data/images1/02.jpg

Bei den Fahrgästen im offenen Cabrio-Omnibus des Heinrich Schwarz handelt es sich um musikalische Umkircher.

Das gleiche Bild ist nämlich in dem Buch "Umkirch : Erinnerungen in Bildern" von Hubert Wangler auf Seite 76 abgedruckt. Darunter steht als Erläuterung: "Der Kirchenchor vor der Universität Freiburg. 1927."

 
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Hi Flo

#35 von Zwei , 01.06.2014 01:21

Hallo Florian,

lebst du überhaupt noch? Man sieht und hört ja seit ewig (mindestens seit Tagen) nichts mehr ...

Ich bin inzwischen überzeugt, dass zu jener Zeit (in den 1960ern) Heinrich Schwarz unter anderem von Merdingen über Rimsingen nach Breisach fuhr. Dass sich Mister Schwarz also mit der Post die Fahrten Rimsingen - Gündlingen - Breisach teilte.
Habe einen darauf hinweisenden Fahrplan gefunden.

Bis bald.
Mister Two

 
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Rimsingen - Breisach

#36 von Joachim , 30.07.2014 00:03

Hallo Florian,

nachdem Du wieder zu lesen bist und ich auch weiter recherchiert habe, melde ich mich nochmal zum Thema Bus Rimsingen-Breisach.

Am 01.04.1927 wurde die Kraftpost Oberrimsingen - Munzingen - Tiengen - Opfingen - Haslach - Freiburg und zurück eröffnet.

Ab 15.05.1930 fuhr diese Kraftpost (von Oberrimsingen) weiter bis Niederrimsingen.

Es gab zunächst nur eine tägliche Fahrt hin und zurück. Von verschiedenen Seiten wurde (wie auch auf anderen Linien) gefordert, öfter zu fahren. Unter den Fordernden war auch der Verlag "Unitas" aus Bühl (Baden). Irgendwer von diesem Verlag hatte offenbar zeitweise in Orten an der Linie Freiburg - Rimsingen zu tun und litt darunter, dass man nicht am gleichen Tag wieder zurück fahren konnte. Der Bus fuhr nämlich von Freiburg aufs Land und erst am nächsten Morgen zurück. Aus dem genannten Verlag wurde der Post im Jahr 1928 vorgeschlagen, die Kraftpostlinie nach Breisach zu verlängern, damit man wenigstens mit der Bahn Breisach - Freiburg zurückfahren kann. Offenbar war die Post von dem Vorschlag nicht sehr angetan. Immerhin kam es aber bald wenigstens zum zweiten (und teilweise sogar dritten) täglichen Kurs Freiburg - Rimsingen.

Wann genau der nächste Schritt geschehen ist, habe ich noch nicht herausgefunden, aber ab spätestens Mai 1950 fuhr die Kraftpost mittwochs einmal über Rimsingen hinaus bis Breisach und zurück. So wie der Fahrplan aussieht, war kein Umsteigen erforderlich.

Ende der 1940er Jahre hatte übrigens (dem Gemunkel nach) Heinrich Schwarz aus Freiburg die (wie alle Freiburger Kraftpostlinien) seit 27. November 1944 verwaiste Kraftpostlinie Freiburg - Betzenhausen - Lehen - Umkirch - Waltershofen - Merdingen ohne Genehmigung begonnen zu befahren. Später verzichtete die Post auf diese Linie und Schwarz erhielt die offizielle Genehmigung, dort zu fahren. Nähere Umstände dazu sind noch zu klären.

Wie es zu der anderen Übernahme (Rimsingen – Breisach) kam, habe ich auch noch nicht heraus. Aber irgendwann schien Schwarz ebenfalls an dieser Fahrt nach Breisach Interesse gefunden zu haben. Es tauchten im Schwarz-Fahrplan dann nämlich dienstags und freitags Fahrten auf: Merdingen (mit Anschluss dort an den mittags aus Freiburg kommenden Schwarz-Bus) - Rimsingen (mit Anschluss an den Postbus aus Freiburg) - Gündlingen - Hochstetten - Breisach. Damit wird auch der Hinweis im Fahrplan aus den 60ern (Umsteigen am Dorfplatz, mit dem Du das Thema eröffnetest) erklärlich.

Ich melde mich irgendwann wieder zu diesem Thema.

PS: Schön, Florian, dass fr-bus.de weiter floriert ...


 
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zuletzt bearbeitet 30.07.2014 | Top

Freiburg - Opfingen - Rimsingen und zurück

#37 von Joachim , 23.08.2014 18:11

Zu Ende der 1920er Jahre wurden auf dieser Linie, die zunächst von Freiburg bis Oberrimsingen, später weiter bis Niederrimsingen führte, die Busse nachts in Rimsingen untergestellt. Zwischen der Ankunft in Freiburg und der Rückfahrt nach Rimsingen wurden die Fahrzeuge in Freiburg jedoch oft, manchmal täglich, ausgetauscht. Das sieht man an den teilweise noch erhaltenen Einsatzaufzeichnungen.
Eines der in jenen Jahren auf der Linie gern eingesetzten Fahrzeuge war der Reichspostwagen Nummer 3201. Auf dem anhängenden Bild ist dieser Wagen allerdings auf Gesellschaftsfahrt im Höllental unterwegs, beim Hirschsprung.


Angefügte Bilder:
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 RP-3201.jpg 
 
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Tunex Webauftritt

#38 von Joachim , 25.09.2014 20:33

Die Homepage ist upgedated worden. Unter http://www.tuniberg-express.de/galerie.html findet sich ein kleiner Einblick in die Firmengeschichte.

 
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90tes Jubiläum

#39 von Joachim , 30.05.2017 22:19

Der Name "Tuniberg Express" ist zwar erst nach dem Tod des Firmengründers Heinrich Schwarz aufgekommen, die Linie Freiburg - Merdingen wurde aber bereits wenige Jahre nach dem Krieg durch den Firmengründer befahren. Seinen ersten Linienverkehr, im heutigen Ortenaukreis, hat Heinrich Schwarz sogar bereits 1927 gefahren. Vor 90 Jahren also.

Auf dieses respektable Jubiläum weisen neuerdings die Tuniberg Express Busse mittels Aufklebern hin.

Ich bin jetzt natürlich gespannt, ob dieses Fest auch gefeiert wird. Vorstellbar wäre die Veröffentlichung weiterer Anekdoten oder Fotos aus der Firmengeschichte? Oder ein kleiner Tag der offenen Tür in Merdingen (Besichtigung der Wagenhalle, Funkzentrale, Werkstatt, Waschhalle?). Natürlich kann ein Betrieb dieser Größe nicht so viel vorzeigen wie beispielsweise die VAG; aber man kann auch klein und trotzdem attraktiv sein. Tag der Offenen Tür gleichzeitig mit einem weiteren Betrieb? Oder Gewinnspiel, wobei den Gewinnern eine Gratisfahrt "einmal rund um den Tuniberg" im gelben Schoolbus winkt? Oder einfach ein Bus auf Linie, der so geschmackvoll gestaltet wird wie der einstmalige Wagen 100?

 
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RE: 90tes Jubiläum

#40 von Joachim , 03.06.2017 21:56

Offenbar herrscht weiterhin die "höggschte" Geheimhaltungsstufe ...

 
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