Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#1 von Edgar , 16.03.2009 01:58

BITTE BEACHTEN:
Es sind inzwischen so viele Beiträge geworden, dass es am Ende dieser Seite (25.01.2017) auf "Seite 2" mit wichtigen Meldungen und Tipps weitergeht !


Einer der Hauptgründe der Wirtschaftskrise liegt in der zunehmend verminderten Kaufkraft, da immer mehr Beschäftigten immer weniger Lohn/Gehalt zur Verfügung steht, weshalb für die z. B. im ÖPNV beschäftigten ArbeitnehmerInnen - verständlicherweise - Lohnerhöhungen im nahezu zweistelligen Bereich gefordert werden.

Leider haben jedoch nicht alle ArbeitnehmerInnen einen solch starken Rückhalt/Partner, wie z. B. "Ver.di":


Diakonie[/size]

Über die Arbeitsrechtliche Kommission (ARK) Bayern:

Zitat
In dieser handeln Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter Tarife und Arbeitsbedingungen aus. Die Kommission sei zwar paritätisch besetzt, aber die Arbeitnehmervertreter kämen allesamt aus dem Bereich der besser bezahlten Kirchen-Beschäftigten (nicht der per AVR schlechter gestellten Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen) und sie seien außerdem sämtlich noch leitende Angestellte, bis hin zur Geschäftsführerfunktion.

Quelle: DiAG-Info Ausgabe 4/2007 v. Dezember 2007 (s. u.)

Offensichtlich gibt es christlich-soziale Gewerkschaften
und andere 'Arbeitnehmer'-Vertretungen* ...


*) Ein unrühmliches Ergebnis der letzten 'Tarifverhandlungen' ist die sogenannte "Besitzstandswahrung", die sich wie folgt auswirkt:
MitarbeiterInnen mit sog. "Altverträgen" erhalten - auch für spätere Tarifverhandlungen - lediglich 1,4 % !!!


Siehe hierzu auch:

Diakonie als oberster Tarifdrücker - (letzter Beitrag auf der letzten Seite) Quelle: Main-Post v. 11.12.2007

[url=http://www.davib.de/Aktuelles.18.0.html?&cHash=6738ff[album]379[/album]c5c83[album]5[/album]3c93873[album]9184[/album]&tx_ttnews%5Bpointer%5D=3[/url] - DAViB

Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR)

Zwischen Moral und Kostendruck: Die Arbeitsbedingungen der Kirchen (Video)

EPV - Evangelischer Presseverband:
Rumoren an der Basis - Neuer diakonischer Arbeitnehmerverband will höhere Gehälter erkämpfen

Diakonischer Arbeitnehmerverband in Bayern e.V. (DAViB):
Neuer diakonischer Arbeitnehmerverband will an den Verhandlungstisch (Hier bitte unbedingt Mitglied werden !)

Hans Gundel ("Augustinum" mit Hauptsitz in München) ist - sicherlich nicht nur für mich - ein wahrer Held !

"ver.di":
Warnstreiks in der Diakonie

Zitat
ver.di hatte die Beschäftigten zu Warnstreiks aufgerufen, nachdem die Verhandlungen um Lohnerhöhungen in der Arbeitsrechtlichen Kommission des Diakonischen Werkes der EKD gescheitert waren. Die bundesweit rund 150.000 Beschäftigten wehren sich dagegen, von den Tarifen des öffentlichen Dienstes abgekoppelt zu werden. ( ... )

[/size]
"Amtliche Textfassung der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) des Diakonischen Werkes (Stand: 01.07.2007)" (entspricht dem 'herkömmlichen' Tarifvertrag)

Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) des Diakonischen Werkes (Stand: 31.03.2009)
- Bundesweit (!) gültig für alle Betriebe mit Hauptsitz in Bayern


AVR - Kurzfassung von "Ver.di"
Geraezu Vernichtende Kommentare zur neuen AVR von "ver.di"

AVR-Kurzfassung vom Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bayern e. V. (vkm-Bayern.de)


Ganz übel ist der § 20, Absatz 7, welcher besagt:

Zitat
Bis zu 200 Plusstunden oder bis zu 50 Minusstunden können auf das nächste Kalenderjahr übertragen werden.


Dieser unsäglich unchristliche Paragraph beschert vor allem Betriebs-Ketten (z. B. Altenheime) mit mehreren hundert oder gar tausend MitarbeiterInnen zinslose Darlehen in Millionenhöhe, da aufgrund der extrem dünn gehaltenen Personaldecke 300 und mehr Überstunden keine Seltenheit sind, wovon zum Jahresende jeweils nur die 200 übersteigenden Überstunden ausbezahlt werden - die restlichen bleiben als "Arbeitszeitkonto" stehen !!!


Deshalb längst überfällig :

DAViB - ENDLICH ! Neu gegründete Arbeitnehmervertretung

(Für die Beschäftigten in der Diakonie Bayern und Betrieben mit Hauptsitz in Bayern)

Zur Ehrenrettung der Kirchen gibt es zum Glück (für die ArbeitnehmerInnen) auch andere "Arbeitsrechtliche Kommissionen", wie die der "Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern"
mit fast doppelt so hohen Abschlüssen !

('Linke' Christen, wie mich, freut dies natürlich in ganz besonderem Maße !)


Kurzfassung vom "Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bayern e.V." (vkm-Bayern)


Allgemein

ver.di - Branchen-Navigator Hier findet ihr wichtige Informationen zu ALLEN Berufsweigen !!!

IG Metall - Baden-Württemberg (Allgemeine Informationen und Tarifverträge)

Zitat
Die Beschäftigten bekommen demnach vom 1. Februar 2009 an 2,1 Prozent mehr Geld, schon zwei Monate später erfolgt eine weitere Erhöhung um erneut 2,1 Prozent. Außerdem soll es für die Monate November 2008 bis Januar 2009 eine Einmalzahlung von 510 Euro geben. Weitere Einmalzahlungen wurden für die Monate Mai bis Dezember 2009 vereinbart. Sie betragen jeweils 0,4 Prozent eines Monatsentgeltes. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages beträgt 18 Monate bis zum April 2010.

Quelle: SPIEGEL ONLINE v. 12.11.2008

Anne Will: "Tatort Arbeitsplatz – lieber ausgenutzt als arbeitslos" SEHENSWERT !!! (Um den Film zu finden, diese Seite bitte ganz nach unten 'scrollen' ... )

STREIK.TV (Filmbeiträge)



Zum Schluss vielleicht noch zwei G'schichtle:

Zitat
Armut hat viele Gesichter
Zur aktuellen Armutsdebatte nehmen das Diakonische Werk Bayern und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern in der gemeinsam herausgegebenen Broschüre Stellung.

Zahlen, Daten und Fakten zur Armut in Deutschland belegen das Ausmaß der wachsenden Ungleichheit: Immer mehr Menschen leben in Reichtum und Wohlstand, und gleichzeitig nimmt die Zahl derer zu, die aufgrund ihrer geringen finanziellen Mittel von einer Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen eingeschränkt oder gar ausgeschlossen sind.

Authentische, beispielhafte Geschichten von Betroffenen werden verbunden mit Fakten und Folgerungen der Diakonie. Die Broschüre stellt darüber hinaus Forderungen von Kirche und Diakonie an Politik und Gesellschaft zur Prävention und Bekämpfung von Armut in Deutschland vor. Sie zeigt Handlungsmöglichkeiten für Kirchengemeinden auf und gibt im Anhang weiterführende Literaturhinweise und Adressen der regionalen Diakonischen Werke und Bezirksstellen. ( ... )

Quelle: Diakonie Bayern (Seite bitte nach unten scrollen)

"Landes-Caritasverband Bayern" - Ausführlicher Bericht zum Thema "Armut"

Arbeitsrechtliche Kommission - Deutscher Caritasverband + Link zu "BAG MAV" (Bundesarbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen)

[size=130]Landes-Caritasverband Bayern


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Edgar
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#2 von Edgar , 06.08.2009 21:33

Nachtrag:
Report Mainz (SWR) v. 20.07.2009

Kirche unterbietet Kirche - Warum in der Pflege noch immer keine gerechten Löhne bezahlt werden - Video

Autorengespräch: Kirche unterbietet Kirche - Fritz Frey im Gespräch mit Gottlob Schober - Video


Zitat
Kirche unterbietet Kirche (Text des ersten Videos)
Warum in der Pflege noch immer keine gerechten Löhne bezahlt werden

In der Politik, im Sport, in der Wirtschaft – da wird mit harten Bandagen gekämpft, und wenn es nach Recht und Gesetz geht, kann man schwer etwas dagegen sagen. Aber in der Kirche, so die Hoffnung vieler, da geht es anders zu. Begriffe wie Lohndumping haben in dieser Welt nichts verloren, oder etwa doch?
In Hannover tobt zur Zeit ein Streit um fünf katholische Altenheime. Und nicht nur die Landesbischöfin Käßmann befürchtet, dass am Ende die kirchliche Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleiben könnte. Gottlob Schober berichtet.

Bericht:
Diese alte Frau kann nicht mehr alleine essen. Karin Mundtkowski hilft ihr dabei. Sie ist Pflegefachkraft bei der Caritas in Hannover. Ihr katholischer Arbeitgeber fühlt sich einem christlichen Menschenbild verpflichtet. Deshalb zahlt er auch ordentliche Löhne.
Frage: Fühlen Sie sich ausreichend bezahlt?
O-Ton:

»Zur Zeit noch.«
Doch das könnte sich bald ändern. Die Caritas kann sich diese Lohnhöhe nicht mehr leisten, sagt sie. Wir treffen Benno Blings, den Geschäftsführer der Caritas Senioren-Dienste Hannover, kurz CSH. Die Zahlen, die er uns präsentiert, sind erschreckend, Insolvenz droht. Den Tariflohn, den der katholische Träger zahlt, könne durch Einnahmen über Pflegesätze nicht gedeckt werden.
O-Ton, Benno Blings, Geschäftsführer Caritas-Seniorendienste Hannover:

»Wir fahren jeden Monat in die Miesen, neuste Berechnungen ergeben, dass wir im Augenblick, in diesem Jahr etwa, einen Verlust von 100.000 Euro pro Monat innerhalb der CSH machen.«


In dieser schwierigen Situation möchte die evangelische Kirche die katholische Kirche nicht im Regen stehen lassen. Ihr christliches Menschenbild akzeptiert aber offensichtlich niedrigere Löhne, wie folgendes Beispiel zeigt.
Das evangelische Johannesstift plant die Übernahme der Caritas-Heime in Hannover. Dagegen demonstrieren die Caritas-Mitarbeiter. Denn sollte es zur Übernahme kommen, müssten sie Gehaltskürzungen um bis zu 13 Prozent akzeptieren.
O-Ton:

»Ich fühle mich verschaukelt. Ich habe im letzten Jahr auf ein Weihnachtsgeld verzichtet.«
O-Ton:

»Es ist für mich so ein Hungerlohn. Ich bin jetzt gezwungen, mir nebenbei etwas zu suchen.«
O-Ton:

»Das grenzt schon fast an Ausbeutung.«

Diese Kritik ist Pflegemanager Wilfried Wesemann vom evangelischen Johannesstift nicht neu. Vergangene Woche trafen wir den Geschäftsführer auf einer Pressekonferenz in Hannover. Er erklärt die Unternehmensziele.
O-Ton, Wilfried Wesemann, Geschäftsführer ev. Johannesstift:

»Das evangelische Johannesstift hat eine klare Wachstumsstrategie, die wir umsetzen wollen. Und wir, denke ich, können diese Herausforderungen auch der Rahmenbedingungen gemeinsam annehmen in der Zukunft und können uns stärken, um eine Größe zu erreichen, die uns ein wirtschaftlicheres Handeln auch ermöglicht.«
Der Sozialwissenschaftler Professor Stefan Sell hat sich mit dieser Strategie eingehend beschäftigt.
O-Ton, Prof. Stefan Sell, Fachhochschule Koblenz-Remagen:

»Die Strategie des Johannesstifts ist betriebswirtschaftlich gesehen konsequent. Die verhalten sich wie ein richtig professioneller Konzern: Größenwachstum, den Markt aufräumen, am Anfang auch vielleicht auch mehrere Jahre Verluste realisieren, über ein Preisdumping nach unten, um Umsatzanteile zu gewinnen. Im Prinzip verhalten sie sich wie Aldi und Lidl auf dem Lebensmitteleinzelhandel. Umsatzanteile wollen sie gewinnen.«
Um jeden Preis? Mitarbeitervertreter wie Manfred Freyermuth, kritisieren die Vorgehensweise des Johannesstifts. Er sitzt in der arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie und vertritt die Interessen der Arbeitnehmer in ihren Verhandlungen mit den Trägern.
O-Ton, Manfred Freyermuth, Arbeitsrechtliche Kommission Diakonie:

»Das was hier in Hannover geschieht mit dem Johannesstift ist im Grunde genommen der erste Fall, in dem eine große diakonische Einrichtung in einer anderen Region versucht, mit Dumpinglöhnen diakonischen Einrichtungen Konkurrenz zu machen.«

Davon will Wilfried Wesemann nichts wissen. Aber: Neu eingestellte Kollegen sollen beim Johannesstift sogar noch weniger bekommen als ihre Kollegen in anderen diakonischen Einrichtungen, wie zum Beispiel in Hannover.
Frage: Bei Neueinstellungen liegen sie unter dem, was in Hannover bezahlt wird?
O-Ton, Wilfried Wesemann, Geschäftsführer ev. Johannesstift:
»Auch da ein klares Nein, nur geringfügig.«
Frage: Also doch ja?
O-Ton, Wilfried Wesemann, Geschäftsführer ev. Johannesstift:
»Nein.«
Frage: Aber sie liegen doch, die Zahlen zeigen doch?
Tatsächlich aber liegen die Stundenlöhne des evangelischen Johannesstifts fast überall unter denen der Diakonie in Hannover, sei es auch nur um wenige Cent.
O-Ton, Prof. Stefan Sell, Fachhochschule Koblenz-Remagen:
»In der Summe sind das enorme Beträge. Und, auf mehrere Jahre gerechnet, handelt es sich hier um ganz große Beträge, die zusammenkommen, und zu denen dieser neue Träger dann billiger, günstiger, preiswerter anbieten kann.«
O-Ton, Manfred Freyermuth, Arbeitsrechtliche Kommission Diakonie:
»Hier verliert die Kirche ihre Glaubwürdigkeit. Sie verliert die Glaubwürdigkeit auch gegenüber der Politik. Und sie verliert die Glaubwürdigkeit auch gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir haben hier ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem, wenn wir gleichzeitig im praktischen Handeln das Gegenteil tun von dem, was wir sozusagen postulieren.«
Und: Dieses Glaubwürdigkeitsproblem führe zu einem Motivationsproblem, sagen Caritas-Mitarbeiter.
O-Ton:

»Man wird schon nicht gelobt, und jetzt nimmt man einem auch noch das Geld. Wo soll man da noch motiviert werden?«
O-Ton:

»Die Leute sind eben kaputt, fertig, die sind müde, die sind total unmotiviert irgendwie, weil sie einfach nicht wissen, wie es weitergeht.«
O-Ton:

»Wenn wir zu Billiglöhnen arbeiten sollten, muss die Qualität am Ende darunter leiden. Auf jeden Fall.«
Fazit: Der ruinöse Wettbewerb auch unter den kirchlichen Trägern führt zur Altenpflege nach Discounter-Prinzip mit allen Konsequenzen. Bei niedrigen Löhnen verlieren die Heime engagierte Pflegekräfte, wie Karin Mundtkowski eine ist. Das wiederum senkt die Qualität. Die Leidtragenden sind die alten Menschen im Heim.
O-Ton, Prof. Stefan Sell, Fachhochschule Koblenz-Remagen:
»Ich denke, man muss an dieser Stelle den Kirchen ganz deutlich sagen, ihr könnt nicht links blinken und rechts fahren. Ihr müsst euch entscheiden, wo ist eine menschenwürdige Lohnuntergrenze, die wir nicht bereit sind zu unterschreiten. Was sind die Arbeitsbedingungen, die wir brauchen, damit wir eine gute Qualität der Pflege realisieren können? Und wenn der ‚Markt’ – in Anführungsstrichen – das nicht hergibt, dann muss ich auch bereit sein, dazu zu sagen: Ich kann unter diesen Bedingungen nicht mehr guten Gewissens anbieten.«
Alle Sendetermine:
20.07.2009, 21.45 Uhr, REPORT MAINZ, Das Erste


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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#3 von Edgar , 21.09.2009 11:17

Der Trick ist ganz einfach - So Sie den Hauptsitz Ihrer Firma in Bayern haben:
Sie stellen zu wenig Pflegepersonal ein, so dass die fehlenden Arbeitsstunden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgefangen werden müssen; ein sog. "Freizeitausgleich" ist aufgrund der dünnen Personaldecke nicht möglich.
Die hierdurch anfallenden 'Überstunden' werden nicht am Ende des Monats ausbezahlt, sondern auf einem sog. "Arbeitszeitkonto" gutgeschrieben (mehr als 400 sind zugegebener Maßen eher eine Ausnahme, aber ca. 300 inzwischen fast schon der Normalfall).
Laut "AVR Bayern" kann man bis zu 200 Überstunden in das nächste Kalenderjahr mit hinübernehmen, wovon die Arbeitgeber auch sehr gerne regen Gebrauch machen.

Beispiel:
Zum 31.12. haben sich auf dem "Arbeitszeitkonto" eines Mitarbeiters 320 Überstunden angesammelt.
Im Februar des darauffolgenden Jahres erhält er - zusammen mit seinem 'normalen' Monatsgehalt -120 Stunden ausbezahlt.
Im Juli des selben Jahres werden ihm nochmals 100 Stunden nebst den bis zum Stichtag 31.03. neu angesammelten überwiesen.
(Wohlgemerkt - 100 'alte' Überstunden verbleiben noch immer bis zum 'Sanktnimmerleinstag' beim Arbeitgeber! Trotzdem ist dies eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren: Bis einschl. 2008 gab es noch keine 'Zwischenauszahlung' mit Stichtag 30. März, so dass das neue Jahr tatsächlich mit 200 'stehen gebliebenen' Überstunden begann, welche fortan meist auch nicht 'abgebaut' werden konnten, sondern bis zum nächsten Stichtag, dem 31.12. stetig anwuchsen!)

Somit bleibt für die Arbeitnehmer in den Monaten Februar und Juli aufgrund der steuerlichen Abzüge fast nichts mehr übrig; ein "Lohnsteuer-Jahresausgleich" ist frühestens im darauffolgenden Jahr möglich, was letztendlich einen weiteren Zinsnachteil für die Betroffenen darstellt.

So. Und jetzt multipliziere man diese Summen mit 10, 100 oder 1000 ...

Angefügte Bilder:
Keine Überstunden (Bad. Zeitung v. 12.02.2011).jpg  
 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#4 von Edgar , 24.09.2009 14:45

In Freiburg fand gestern (23.09.2009) eine Demonstration der Diakonie- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt:

[attachment=0]Es rumort in der Diakonie (Badische Zeitung v. 24.09.2009).jpg[/attachment]

Angefügte Bilder:
Es rumort in der Diakonie (Badische Zeitung v. 24.09.2009).jpg  
 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#5 von Edgar , 06.08.2012 13:35

5 Jahre "Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker"[/size]

In Anlehnung an die Formel 1:

AWO auf der Überholspur aber Diakonie macht zu - Badische Zeitung v. 17.11.2011 und 13.01.2011

Internetfassung der AVR-Bayern, Stand: 24.06.2012 (PDF 2,4 MB)

vkm Bayern
- Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bayern e.V


Und leider noch immer:
Finanzielle 'Einbußen' älterer Arbeitsverträge wegen "Besitzstandswahrung"


Zitat
Bearbeiter und Bearbeiterinnen, die mit mindestens der Hälfte ihrer regelmäßigen Arbeitszeit als Springer eingesetzt sind, erhalten eine Zulage. Die Zulage beträgt bei einer Eingruppierung in die Vergütungsgruppe VI b 8 v. H. der Anfangsgrundvergütung der Vergütungsgruppe VI b und bei einer Eingruppierung in die Vergütungsgruppe V c 8 v. H. der Anfangsgrundvergütung der Vergütungsgruppe V c. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im Wege der Besitzstandswahrung übertariflich eingruppiert sind, erhalten keine Zulage.

Quelle: Kirchliches Amtsblatt – Sonderausgabe 1/2008

ak.mas - Mitteilungen der Mitarbeiterseite in der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes - Ausgabe Nr. 41 v. November 2011
Infos Bayern - Arbeitsrechtliche Kommission Deutscher Caritasverband

Protokoll vom DiAG-spezial v. 30.05.2011

Neue Arbeitsvertragsrichtlinien (AVRen) bei der Diakonie Bayern] - verdi: Allgemeine Erklärungen und Hinweise (Siehe Flugblatt 4 v. Juni 2007)
ARBEITSRECHTLICHE KOMMISSION DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE IN BAYERN - Eigenlob v. 17. September 2007 (ark-bayern.de)

Schema der Besitzstandsermittlung nach § 18 AVR KW in der ab 01.07.2008 geltenden Fassung

[size=130]Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR)


 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#6 von Edgar , 06.08.2012 18:12

Demonstration - Mitarbeiter der Diakonie fordern bessere Bezahlung[/size] - Badische Zeitung v. 23.09.2009

Warnstreik in Neuendettelsau am 17.01.2002 Forderungen im Detail

Zitat
Das Arbeitsgericht Bielefeld untersagt Streiks in diakonischen Einrichtungen
Günther Barenhoff: "Gott kann man nicht bestreiken."

Streiks und Aussperrung wird es in Kirche und Diakonie auch künftig nicht geben: Das Arbeitsgericht Bielefeld hat mit seinem Urteil am 03. März 2010 das kirchliche Konzept der Sozialpartnerschaft des „Dritten Wegs“ bestätigt. Danach stehen Streik und Aussperrung im Widerspruch zum kirchlich-diakonischen Selbstverständnis.

Die Evangelische Kirche von Westfalen und ihr Diakonisches Werk, die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. und einzelne diakonische Träger hatten im September 2009 Klage gegen Streikaufrufe der Gewerkschaft ver.di eingereicht. Der Klage hatten sich auch die Ev.-luth. Kirche Hannovers und ihr Diakonisches Werk angeschlossen. Mit der Entscheidung steht fest: Die Streikaufrufe in diakonischen Einrichtungen im Herbst letzten Jahres waren unzulässig und dürfen künftig nicht wiederholt werden.

Pastor Günther Barenhoff, Sprecher des Vorstands der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. sagte: „Gott kann man nicht bestreiken. Das ist unser Leitgedanke - und der ist heute vor Gericht bestätigt worden.“[/b]

Quelle: DAViB.de

Zitat
ver.di bedauert Entscheidung des Arbeitsgerichts Bielefeld

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bedauert die Entscheidung des Arbeitsgerichts Bielefeld zur Rechtmäßigkeit von Streiks in kirchlichen Einrichtungen: „Wir hätten uns in der ersten Instanz ein anderes Urteil gewünscht. Aber endgültig entschieden ist nichts. Die weiteren Instanzen stehen erst noch bevor“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke. ver.di werde gegen das Urteil Berufung einlegen.

Es sei bedauerlich, dass das Arbeitsgericht Bielefeld den Sonderstatus der Kirchen höher bewerte als die grundgesetzlich geschützten Rechte der Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen. „Wir bleiben dabei: Streikrecht ist ein Grundrecht“, bekräftigte Paschke. Gegebenenfalls müsse am Ende des Instanzenwegs das Bundesverfassungsgericht über diese Frage entscheiden. Sie sei zuversichtlich, dass das höchste deutsche Gericht den Sonderstatus der Kirchen letztlich nicht so weitreichend auslege, dass Streiks verboten wären. Zuvor hatte das Arbeitsgericht Bielefeld in erster Instanz entschieden, dass ver.di nicht zu Streiks in diakonischen Einrichtungen aufrufen darf, um gerechte Arbeits- und Lohnbedingungen zu erreichen. Anlass für die juristische Auseinandersetzung waren von ver.di organisierte Arbeitsniederlegungen im Mai und September 2009. Diese hatten die Arbeitgeber beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) so unter Druck gesetzt, dass sie schließlich mit der arbeitsrechtlichen Kommission höhere Löhne vereinbarten. Gleichzeitig gingen die diakonischen Arbeitgeber unter Berufung auf kirchliche Sonderrechte juristisch gegen ver.di vor.

Quelle: verdi.de

Streik in zwei Landeskirchen verboten - Auseinandersetzung um Diakonielöhne geht weiter

Zitat
Ausbeutung statt Nächstenliebe - Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche in der Kritik

Altenpflegeschülerinnen protestierten 2010 gegen die Arbeitsbedingungen der Diakonie-Einrichtungen.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst – so steht es in der Bibel. Ganz so genau nehmen es die Vertreter der Diakonie-Einrichtungen in Bremen und Niedersachsen aber anscheinend nicht. Schon länger beschweren sich Arbeitnehmer über Niedriglöhne und Zeitarbeitsverträge.
Allein bei der Diakonischen Altenhilfe (DAH) sind dreiviertel der Beschäftigten über die Leiharbeitsfirma "Dia Logistik" angestellt. Im Gegensatz zu festen Arbeitskräften, werden Leiharbeiter deutlich schlechter bezahlt. Die DAH räumt ein, dass diese Praktiken im Widerspruch zum Kirchenrecht stehen, allerdings würden private Konkurrenzanbieter diese Maßnahmen notwendig machen.

Streiken verboten

Die Diakonie – der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche – ist mit ca. 435.000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Ihre Arbeitnehmer unterstehen allerdings nicht dem normalen Arbeitsrecht. Verträge und Löhne werden durch paritätische Kommissionen festgesetzt, einen Tarifvertrag gibt es nicht. Die Gewerkschaften fordern daher ein Ende der einseitigen Bestimmung. Ihre Forderungen durchzusetzen wird allerdings schwierig: Als Diakonie-Mitarbeiter Anfang 2009 auf die Straßen gingen, klagten Vertreter der Diakonie gegen die
Gewerkschaft verdi. Sie verletze das Selbstbestimmungsrecht der Kirche. Das Arbeitsgericht Bielefeld gab der Diakonie Recht – der Streik wurde untersagt.
Am 9. und 10. Februar 2011 sollen nun Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und der Diakonie stattfinden, in denen beide Seiten über die Vorwürfe sprechen wollen.

Quelle: ag-mav.de/Radio Bremen


Verdi will Streikverbot bei Caritas und Diakonie kippen - Badische Zeitung v. 21.09.2011

Evangelische Kirche bekräftigt Streikverbot [size=150]- Badische Zeitung v. 11.11.2011


 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#7 von Edgar , 10.12.2012 16:06

Katholisch müste man sein:

- 6,3 Prozent mehr Lohn bei der Caritas - Badische Zeitung v. 17.11.2012
- Die Caritas zahlt mehr Lohn - Badische Zeitung v. 30.05.2012

- Vergütungsveränderungen (2012-2013) - Deutscher Caritasverband (Beschluss v. 28.06.2012)

 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#8 von Edgar , 01.07.2013 14:00

Zur Problematik des Pflegedienstes kurz einen Link auf die Sendung "tacheles - Talk am runden Tisch":


"Streitfall Altenpflege: Nächstenliebe nach der Stoppuhr?" - Phoenix: Sonntag, 23. Juni und Sonntag, 30. Juni 2013

Gäste:

Frank Otfried July, Landesbischof Evangelische Landeskirche in Württemberg
Anette Dowideit, Journalistin
Martina Rosenberg, Autorin
Dr. Volker Leienbach, Direktor Verband der Privaten Krankenversicherung


Report Mainz: (Kurze Videos)

- Diakonie
- Warum sich ausgerechnet kirchliche Arbeitgeber gegen Mindestlöhne wehren - Mit O-Ton zum Ausdrucken

 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#9 von Edgar , 05.08.2013 14:44

Und zwar

- an den Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte

- an dem Einkommen der Pflegekräfte

- am Arbeitsrecht ("verdi" statt "Kirchenrecht" + "AVR" = "Dritter Weg")

- am Streikrecht


""Streitfall Altenpflege: Nächstenliebe nach der Stoppuhr?" - TACHELES (PHOENIX) v. 23.06.2013

Angefügte Bilder:
Fernab der Wirklichkeit (Bad. Zeitung v. 22.12.2011).jpg   Der problematische dritte Weg (Bad. Zeiztung v. 18.11.2011).jpg   Bessere Pflege lässst auf sich warten (Schw. Bote v. 18.07.2011).jpg   Hilfe im Akkord (Bad. Zeitung v. 25.02.2012).jpg   Deutschlands Zukunft sieht ziemlich alt aus (Schw. Bote v. 04.10.2011).jpg   Baden-Württemberg wird immer älter (Schw. Bote v. 04.10.2011).jpg  
 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#10 von Edgar , 05.08.2013 16:03

Angefügte Bilder:
Mehr Geld für die Pflege daheim (Schwarzw. Bote v. 28.03.2012).jpg   Demenz ist sehr fordernd (Bad. Zeitung v. 26.01.2012).jpg   Alltag raubt die letzte Kraft (Schw. Bote v. 09.01.2012).jpg   Nach Büroschluss ans Pflegebett (Bad. Zeitung v. 14.10.2011).jpg  
 
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RE: Tarifverhandlungen - Kirche als oberster Tarifdrücker

#11 von Edgar , 10.10.2013 20:47

1, 2 Millionen Arbeitnehmer unter "Kirchenrecht":[/size]


Arbeitsrecht in Kirche und Diakonie



Artikel

- "Für einen Gotteslohn" - taz.de

- "Konzern Kirche" - ZEIT ONLINE

- "Warum die Gewerkschaften machtlos sind" - FOCUS ONLINE - MONEY

- "Hauptsache Christ" - Frankfurter Allgemeine

- "Recht scheinheilig" - Süddeutsche.de

- "Getauft für den Job" - SPIEGEL ONLINE

- "Die Kirche als Arbeitgeber" - Bayerischer Rundfunk




Bücher

- "Schafft sich die katholische Kirche ab?" - ARD-Interview

- "Gott hat hohe Nebenkosten" - SWR-Interview




Videos

- "Arbeiten für Gottes Lohn" - ARD
- "Arbeiten für Gottes Lohn" - GOOGLE

- "Gott hat hohe Nebenkosten" - ARD


 
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zuletzt bearbeitet 13.03.2015 | Top

Beruf Altenpflegerin / Altenpfleger

#12 von Edgar , 13.03.2015 14:39

Aufgrund der vorgenannten Missstände, die vor allem auf schlechte Arbeitsbedingungen (Hoher Krankenstand, niedrige Personaldecke) und nicht leistungsgerechter Bezahlung - vor allem bei den Beschäftigten des "Dritten Weges" - zurückzuführen ist, hier kurz einige Informationen vor allem für Auszubildende:

"ver.di" vs. "Dritter Weg"
- "Erster, Zweiter und 'Dritter Weg'" - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
- Weitere Publikationen zum Thema - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
- "Tarif mit ver.di bei Stiftung Freiburg" - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
- "Mitarbeiter in der Pflege protestieren gegen schlechte Bedingungen" - Badische Zeitung v. 14.12.2014

Ausbildung:
- "Altenpflegeausbildung - Informationen zu Ausbildung und Beruf der Altenpflegerinnen und Altenpfleger" - Bundesmin. Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2014)
- "Die praktische Altenpflegeausbildung - Ein Handbuch des Servicenetzwerkes Altenpflegeausbildung" - Bundesmin. Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2010)
- Weitere Publikationen zur Altenpflege-Ausbildung - Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- "Lehrplan Altenpflege - Kurzübersicht" - Deutsche Angestellten-Akademie (DAA), Freiburg
- "Rahmenlehrplan - Berufsfachschule für Altenpflege" - Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
- "Ausbildungsplan - Lernort Praxis - Altenpflege/Altenpflegehilfe" - Berufsbildende Schule, Westerburg ( bbs-westerburg.de )

Hilfe bei Problemen am Ausbildungssplatz (leider eigentlich nur für Gewerkschaftsmitglieder):
- "Zwölf Fragen zum Beginn der Ausbildung" - Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Jugend
Herr Faißt, Jugendberater bei ver.di, Bezirk Südbaden
ver.di, Fachbereich Gesundheit und Soziales

Vorbildlich !
Ausbildungsberater der IHK bieten Lehrlingen in Handwerks- und Kaufmännischen Betrieben unbürokratische und auf Wunsch auch anonyme Hilfe an
IHK Südlicher Oberrhein
Tel.: 2855-2222


Zum Thema "Dritter Weg":
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Streikrecht in der Kirche (verdi.de).pdf Streikrecht in Kirchen (vkm-bayern.de).pdf
 
Edgar
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Streikrecht: ver.di vs. Kirchenrecht

#13 von Edgar , 06.09.2015 17:18

Was soll man dazu noch sagen ... ver.di hat den Kampf um das Streikrecht für die unter dem Kirchenrecht Beschäftigten verloren ...



Quelle: Schwarzwälder Bote v. 03.09.2015



Quelle: Badische Zeitung v. 03.09.2015


Siehe hierzu auch:

- ver.di: Erster, Zweiter und „Dritter Weg“

- ver.di: Arbeitsrecht in Kirchen

- diag-Info: u. a. "Diakonie als oberster Tarifdrücker" (lesenswert !!!)

- Diakonie Deutschland: Arbeitsrecht in Kirche und Diakonie

- Diakonie Deutschland: Arbeitsvertragsrichtlinien Diakonie Deutschland

- Arbeitsvertragsrichtlinien für Einrichtungen, die der Diakonie Deutschland angeschlossen sind, beschlossen von der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Deutschland Stand 18. August 2015 (PDF)



Berechtigte Frage: "Gilt das 'Kirchenrecht' eigentlich auch für Muslime in diakonischen Diensten ?"


Zitat
I. ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE
§ 1 Diakonischer Auftrag, Dienstgemeinschaft, Umbenennung
(1) Die der Diakonie Deutschland angeschlossenen Einrichtungen sind dem Auftrag verpflichtet, das Evangelium Jesu Christi in Wort und Tat zu bezeugen.
Der diakonische Dienst ist Wesens- und Lebensäußerung der evangelischen Kirche.


Quelle: AVR für Einrichtungen, die der Diakonie Deutschland angeschlossen sind (s. o.)

Also: Wohl kaum ... Oder doch ???


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RE: Streikrecht: ver.di vs. Kirchenrecht

#14 von Edgar , 22.11.2016 15:05

Auch das noch:

Ein weiteres Beispiel, das GEGEN den (UN-) christlichen "Dritten Weg" spricht:

Verfassungsgericht: Katholische Kirche darf Geschiedenen bei Wiederheirat kündigen
Quelle: SPIEGEL ONLINE v. 20.11.1016 (Sorry ! "2"016 ...)

Siehe auch:
SPIEGEL ONLINE v. 22.11.2012
- Arbeitsrechtsurteil: Gericht lockert Streikverbot für Kirchenmitarbeiter
- Urteil zum Streikrecht: Gegen die Kirchen, für die Menschen

Fazit der Kasseler Fachtagung 2016: Magdeburger Synode 2011 weitgehend folgenlos
Quelle: Streikrecht-ist-Grundrecht.de


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Politiker über Kirche, Moral und Arbeitsrecht

#15 von Edgar , 25.01.2017 11:41

Gregor Gysi
über die Notwendigkeit der Kirche:
"Wenn wir also die Kirchen und die Religionsgemeinschaften nicht hätten, gäbe es keine verbindliche Moral."
Quelle: Facebook


Angela Merkel
zum "Christlichen Erbe" + Flüchtlingspolitik:
"Es ist doch ganz wesentlich das christliche Erbe, auf dem wir unser sich einigendes Europa aufgebaut haben. Deshalb fordern wir: Was Europa ganz wesentlich eint, das gehört als Gottesbezug auch in die Präambel unserer gemeinsamen europäischen Verfassung. Wir, die deutschen Christdemokraten, geben Europa damit eine Seele!"
Quelle: DIE ZEIT


DIE GRÜNEN
zur Stärkung der (weltlichen) Betriebsräte:
"Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert in einem Antrag (18/2750), die Position der Betriebsräte in Unternehmen zu stärken"
Quelle: DAS PARLAMENT


Bernd Riexinger
zum (weltlichen) Streikrecht:
"DIE LINKE wehrt sich entschieden gegen jede Aushöhlung des Streikrechts"
Quelle: Facebook


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