Der Stadttunnel

#1 von Flashlight , 01.02.2008 12:39

Gestern war ein Artikel über den Stadttunnel in der BZ (Die große Chance in der Schublade).

Da steht, dass es noch ca. 15 Jahre dauern wird bis der Stadttunnel eröffnet wird. Ich glaube nicht, dass bis dahin es überhaupt zum Baubeginn kommt, denn die ganzen
Diskussionen darüber, ob er nun wichtig ist oder nicht, verzögern alles.

Mich interessiert dieses Thema eigentlich, nur leider habe ich fast keine Informationen darüber.

Mir kam auch der Gedanke darüber, man könne ja eine Straßenbahnverbindung zwischen dem Schwabentor zur Johanneskirche und eventuell bis zur Kronenbrücke bauen. Auf der südlichen Seite der Dreisam wird nach dem Tunnelbau genug Platz sein um dort Gleiskörper zu verlegen, außerdem entsteht so eine weitere und schnelle Verbindung von Littenweiler nach Halslach, Vauban und St. Georgen. Was z.B. bei SC-Spielen sehr von Vorteil wäre.

Was meint ihr zum Stadttunnel?

 
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RE: Der Stadttunnel

#2 von Steve Grötzebauch , 14.02.2008 20:46

Glaubt Ihr daran, dass der Tunnel jemals gebaut wird? Ich persönlich nicht mehr!

Naja, wie denkt Ihr darüber?

 
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RE: Der Stadttunnel

#3 von Daniel , 16.02.2008 21:22

Zitat von Steve Grötzebauch
Glaubt Ihr daran, dass der Tunnel jemals gebaut wird? Ich persönlich nicht mehr!

Naja, wie denkt Ihr darüber?





Ich auch nicht mehr und bei der Nichtrealisierung hat auch Stuttgart 21 seinen Beitrag beigeleistet

Ich habe noch einen Artikel im Amtsblatt gelesen, der am 16. Februar rauskam:

Amtsblatt:

Zitat
Arbeitsgruppe soll Tunnelkosten ermitteln

Vereinbarung zur Vorfinanzierung geplant


Für den Bau des Freiburger Stadttunnels und des Falkensteigtunnels soll möglichst rasch durch eine Vorentwurfsplanung eine zuverlässige Prognose der Gesamtkosten erarbeitet werden. Darüber haben sich am Aschermittwoch Regierungspräsident Julian Würtenberger, Landrat Jochen Glaeser und Erster Bürgermeister Otto Neideck im Regierungspräsidium verständigt. Zu diesem Zweck wird eine behördenübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet.
Aufgabe der AG mit Fachleuten der drei Verwaltungen wird es sein, den weiteren Planungsaufwand sowie die voraussichtlichen Investitionskosten abzuschätzen und eine gemeinsame Vereinbarung zur eventuellen Vorfinanzierung der Vorentwurfsplanung zu erarbeiten. Die Federführung liegt gemeinsam bei der Stadt und dem Landkreis.
Der Landkreis hat bereits formal die Voraussetzung dafür geschaffen, die Vorentwurfsplanung für den Falkensteigtunnel vorfinanzieren zu können. Beim Stadttunnel geht die Stadt nach eigenen Schätzungen davon aus, dass die Kosten der Vorentwurfsplanung bei rund 5 Millionen Euro liegen.
OB Salomon schloss sich in einer ersten Bewertung der Einschätzung des neuen Regierungspräsidenten Würtenberger an, dass die zu erwartenden Baukosten zügig konkretisiert werden müssen. „Die Stadt ist bereit, die Vorentwurfsplanung vorzustrecken, damit der Stadttunnel in der Priorität der Straßenbauprojekte nach vorn kommt. Dafür brauchen wir verbindliche Zahlen.“ Regierungspräsident Würtenberger hatte deutlich gemacht, dass die hohen Anforderungen an die Tunnelsicherheit, die jüngste Preissteigerung im Straßenbau sowie geologische, hydrogeologische und siedlungsbedingte Einflussfaktoren den Stadttunnel „zu einem äußerst komplexen Planungsthema“ machen. Bis Sommer 2008 sollen erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorliegen, die dann in die jeweiligen politischen Gremien des Landkreises und der Stadt eingebracht werden.






MfG

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RE: Der Stadttunnel

#4 von max , 10.07.2008 03:01

Was soll dieser Tunnel denn kosten? Ich stell es mir monströs teuer vor.

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RE: Der Stadttunnel

#5 von Daniel , 10.07.2008 03:39

 
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RE: Der Stadttunnel

#6 von Steve Grötzebauch , 13.07.2008 23:27

Pressemitteilung Freiburg, 11. Juli 2008
Stadttunnel: Schauen Umwelt und Anwohner
in die Röhre? Podiumsdiskussion mit Prof. Monheim.
Unter diesem Motto veranstalten die drei Umweltverbände fesa e.V.,
VCD und Klimabündnis am Donnerstag, 17.7.2008, eine Podiumsdiskussion
mit dem bekannten Verkehrsplaner Prof. Dr. Heiner
Monheim, bei der Alternativen zu dem von vielen erhofften Freiburger
Stadttunnel diskutiert werden sollen. Als Podiumsteilnehmer wurden
außerdem eingeladen: OB Dr. Dieter Salomon, Landrätin Dorothea
Störr-Ritter und Direktor Dr. Dieter Karlin vom Regionalverband
Südlicher Oberrhein.
Die Umweltverbände sehen mit Sorge, dass Freiburg und seine Region unter
weiter wachsendem Autoverkehr – hauptsächlich Ziel- und Quell- sowie
durchfahrender Verkehr – leiden. Und sie bedauern, dass die Region neben
dem Ausbau des ÖPNV auf den massiven Ausbau des Straßennetzes setzt,
um des wachsenden PKW- und LKW-Verkehr Herr zu werden.
„Wir halten das für kontraproduktiv, denn allen Erfahrungen zufolge werden
die „besser" ausgebauten Straßen weiteren Autoverkehr in unsere Region
ziehen“, erläutert der VCD-Vorsitzende Hannes Linck.
Und der fesa-Geschäftsführer Björn Slawik ergänzt: „Besonders bedauern
wir, dass die Stadt Freiburg viele ihrer Verkehrsprobleme ganz traditionell
durch den Bau eines Tunnels lösen will, der eine doppelte Durchfahrtskapazität
im Vergleich mit der heutigen Ost-West-Achse haben soll.“
fesa e.V., VCD und das Klimabündnis sind der Überzeugung, dass es – auch
angesichts knapper Kassen und rasant steigender Treibstoffpreise
sinnvollere und günstigere Mittel gibt, die außerdem schneller Wirkung
zeigen als der frühestens in 20 Jahren fertig gestellte Tunnel. Sie denken,
dass es der "Green City" und ihrer Region gut anstünde, Modellregion für
eine konsequente Autoverkehrsreduzierung zu werden.
Um einen ersten Anstoß in diese Richtung zu geben, veranstalten sie eine
Podiumsdiskussion, für die sie den bekannten Verkehrsplaner Prof. Dr.
Heiner Monheim gewonnen haben. Im Anschluss an sein Impulsreferat
möchten die Verbände mit dem Publikum und politisch Verantwortlichen
klima- und anwohnerfreundliche Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

 
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RE: Der Stadttunnel

#7 von Daniel , 21.07.2008 23:53

Der Stadttunnel
Verkehrsexperte Monheim warnt Freiburg vor Millionengrab - Grüne zaudern


Am Dienstag entscheidet der Freiburger Gemeinderat über die Vorfinanzierung des Stadttunnels. Die Chancen, das 310-Millionen-Euro-Bauwerk früher zu verwirklichen. sollen sich dadurch erhöhen. Vor allem den Lärm und Abgas geplagten Anwohnern der B 31 in der Wiehre verspricht der Tunnel Entlastung. Eine andere Entlastung empfiehlt der Verkehrsplaner Heiner Monheimden Freiburgern: Rigorose Beschränkungen des Verkehrs und ein Ausbau des Öffentlichen Personenverkehrs. Ein Tunnel, sagt Monheim, löst keine Probleme und ist wegen des zurückgehenden Verkehrs ohnehin überflüssig.


Der Mann könnte den Grünen aus der Seele sprechen. Und ein bisschen tut er es auch. Als Monheim am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion zum Stadttunnel leidenschaftlich gegen den Verkehr in der Stadt sprach und zu zivilen Ungehorsam gegen den Schwerlastverkehr aufrief, hatte er auch die Sympathie der beiden grünen Stadträte im Publikum, Eckart Friebis und Helmut Thoma. Doch die Zeiten, als Friebis auf Bäume kletterte, um neue Straßen zu verhindern. liegen lange zurück. Die Stadträte redeten von politischen Mehrheiten, die man gewinnen müsse vom Nadelöhr Freiburg, wo der Verkehr nun mal durch müsse.

Monheim aber sprach von einer "Zeitenwende". Der Professor aus Trier gehört zu den schärfsten Kritikern autofixierter Verkehrspolitik. Zehn Jahre lang war er Referatsleiter im Verkehrsministerium in Düsseldorf. Seine Hauptaufgabe dort: Mit der Forderung nach 100 Autotunneln in Nordrhein--Westfalen fertig zu werden. Tatsächlich wurden nur wenige gebaut. Der Mann hat viel Erfahrung, kennt die Bürokratie in- und auswendig und er nennt Alternativen: Nachtfahrverbot für Lastwagen, überwachtes Tempolimit, eine Tonnage-Beschränkung, LKW-Maut- und Pförtnerampeln im Dreisamtal, die die Ampeln auf Rot stellen, wenn zu viel Verkehr in der Stadt ist. "In Nordrhein-Westfalen gibt es das überall." Nicht aber in Baden- Württemberg.

"Alles nicht umsetzbar". stöhnte Helmut Thoma, der sich konkrete Vorschläge erhofft hatte. Doch an einem Punkt wollte Monheim keiner widersprechen: Seit der Ölpreis explodiert, hat der Verkehrswissenschaftler ein gewichtiges Argument mehr. Er sprach von einer sich änderten Welt und kritisierte Verkehrsplanungen, die auf sieben Jahre alte Prognosen beruhen, und bei denen Kraftstoffpreise keine Rolle spielen. Der Professor ließ keine Zweifel, was er von solchen "Bürokraten mit Scheuklappen" hält:"Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank."

Ein Beleg für die "Zeitenwende" lieferte Moderator Björn Slawik, Geschäftsführer der Fesa: Seit vier Monaten sei der Verkehr im Land rückläufig, wie er der Statistik des Regierungspräsidium Tübingen entnahm. "Autofahren" wird verdammt teuer. Wir sind erst am Anfang", so Monheim.

Es tritt jetzt also genau das ein, was die Grünen schon immer vorausgesagt haben. Das sei Wasser auf unsere Mühlen, befand dann auch Thoma. Und auch Friebis "glaubt und hofft" - Klimaschutzgründen -, dass es so kommt. Was aber, wenn das Öl billiger wird und der Verkehr weiter zunimmt? Friebis: "Dann stehen wir ohne Pläne da." Also stimmen wohl auch die grünen für die Vorfinanzierung des Stadttunnels - wenn´s schief geht, kostet das der Stadt fünf Millionen Euro, wenn´s klappt eine Million.

Monheim merkte, das er an diesem Abend nur mit kleinen Schritten vorankommt: Wenn die Tunnelplanung schon sein müsse, dann sollt6en die grünen wenigstens den Passus einbringen, dass ständig neue Verkehsprognosen zugrunde gelegt werden müssten - Monheim ist überzeugt, dass dadurch das Projekt schon bald auf das Abstellgleis kommt.

Dirk Blens, Sprecher der "Initiative Stadttunnel", neben Mitorganisator Hannes Linck vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) ebenfalls auf dem Podium, hatte einen schweren Stand gegen den rhetorisch versierten Professor. Nach kurzer Konfrontation mit VCD-Mitbegründer Monheim fanden die beiden aber erstaunlich viele Gemeinsamkeiten.

Schließlich kämpfen beide gegen die Auswirkungen des Autoverkehrs. Zum Schluss tauschten sie sogar ihre Adresse aus.


Quelle: "Der Sonntag" vom 20 Juli 2008

 
Daniel
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