Mittelbahnsteige bei der VAG möglich ?

#1 von MatzeRDZ , 12.03.2011 12:54

Hätten Mittelbahnsteige Sinn auf den geplanten Strecken zur Messe und nach Gundelfinge? Gut, die ZR-Fahrzeuge wären ja verhanden. Aber bei den GT-8Z stünden ja dann nur 3 Türen zum einsteigen zur Verfügung und ein Einstieg beim Fahrpersonal wäre nicht mehr möglich.Beim Combino wäre auch kein Einsteig vorne möglich,aber es stünden immerhin 5 Türen zur Verfügung. Allerdings wären die GT-8N(K) dann nicht mehr freizügig einsetzbar.
Was meint Ihr zu dieser Sache ?

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RE: Mittelbahnsteige bei der VAG möglich ?

#2 von Flashlight , 19.08.2011 02:18

Mittelbahnsteige hätten schon einige Vorteile. Als Beispiel kann man hier das schnelle und bequeme Umsteigen in entgegengesetzte Richtungen nennen. Es wird weniger Platz benötigt und das Mobiliar muss eventuell nur ein mal angeschafft werden.

Doch da alle Straßenbahnen die gleiche Bahnsteigplattform anfahren, wird auch ein deutlich größeres Fahrgastaufkommen auf dieser Plattform entstehen. Man stelle sich die Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof auf der Brücke als Mittelbahnsteig vor, demnach wird es auf dem Bahnsteig doppelt so voll und es ist vorprogrammiert, dass in der Pendlerzeit irgendjemand auf das Straßenbahngleis gedrängt wird und in Lebensgefahr schwebt. Des Weiteren muss der Fahrgast immer mindestens ein Gleis überqueren um den Mittelbahnsteig zu erreichen. Fahren viele Linien an der Haltestelle, dann steht der vorbildliche Fahrgast recht lange an einer roten Ampel und wartet auf einen straßenbahnfreien Moment, in dem auf den Bahnsteig gelangen kann. Im Falle des Falles könnten Ersatzbusse bei einer Störung die Mittelbahnsteige nicht anfahren, da sie, wie die Einrichtungsstraßenbahnen, nur Türen auf der rechten Seite haben.

Trotzdem haben die meisten S-Bahnhaltestellen in Deutschland einen Mittelbahnsteig, dementsprechend werden sie sich wohl schon lohnen. Doch hier gibt es immer ein Zwischengeschoss, auf dem das Bahnsteigwechseln oder das erreichen des gewünschten Ausgangs ohne kreuzen von Stadtbahnen möglich ist.

Ich erinnere mich, wie der Ortsverein in Günterstal sich dafür einsetzte die Ausstiegsrichtung an der Haltestelle Klosterplatz in Fahrtrichtung links zu organisieren. Bei einer Fahrt aus der Stadt kommend, sollte man einfach nach links aussteigen, da dies sicherer als der dünne Gehweg zwischen der Straße ist. Obwohl der Linksausstieg schon an der Endhaltestelle in Günterstal realisiert ist, wurde die Ausstiegsrichtung am Klosterplatz nicht geändert, da die Änderungsmaßnahmen mehr lau VAG als 10 000 Euro gekostet hätten. Wo diese Kosten herkämen ist mir nicht ganz klar. Zu bedenken bleibt aber auch, dass jede Haltestelle mit Linksausstieg mit einem Spiegel ausgestattet werden müsste, damit der jeweilige Fahrer sieht, ob noch Fahrgäste ein- und/oder aussteigen. Denn die GT8Z haben ja - im Gegensatz zu den Combinos - keine Rückspiegel auf der linken Seite. Die Innenspiegel der Bahnen sind eventuell auch nur auf die rechte Wageninnenseite ausgerichtet.

Und nun meine Meinung: Ich denke Mittelbahnsteige sind eine feine Sache, aber für Straßenbahnen nicht so geeignet, da man keine kreuzungsfreien Zugänge zu den Bahnsteigen hat. Oft ist es bei U-Bahnen so, dass die einzelnen Linien überwiegend nur Mittelbahnsteige oder Seitenbahnsteige haben, damit in den Bahnen ein bisschen Stauraum vor den nicht benutzten Türen vorhanden ist. Denn wo sollten sonst die drei Kinderwägen hin, wenn an jeder Haltestelle die gegenüberliegende Türe geöffnet wird. Das wäre ja Stress pur für den Vater oder die Mutter.

lg Hendrik

 
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RE: Mittelbahnsteige bei der VAG möglich ?

#3 von Joachim , 20.08.2011 14:38

Hallo Frau Tasta Tur,

Du hast die Frage teilweise selbst beantwortet. Nämlich, dass es bei Einrichtungsfahrzeugen und bei SEV mit Bussen Probleme geben könnte. Du hast auch auf diese Bahnsteigart bei S-Bahnen hingewiesen. Auch die DB hat diese Bahnsteigart hierzulande eingeführt. Und zwar in Auggen. Dort sind ja östlich parallel zur bisherigen Strecke deutlich die Baumaßnahmen für die zusätzlichen Gleise zu sehen. Die bisherige Strecke wurde etwas westlich verschoben und man hat einen Mittelbahnsteig gebaut. Dieser ist logischerweise breiter, als zwei Außenbahnsteige wären. Aber vielleicht konnten Baukosten gespart werden. Es ist ja von der Unterführung nur ein Treppenaufgang nötig. Außerdem reicht nun ein Fahrplanaushang, ein Fahrkartenentwerter, ein Fahrscheinautomat. Bei der DB gibt es keine Einrichtungsbahnen, also ist dies in jedem Fall problemlos.

Sehr angenehm ist an manchen S-Bahn-Stationen, wenn zwischen allen Gleisen Bahnsteige sind, also immer sowohl rechts als auch links. Wenn man zum Beispiel in Berlin-Friedrichshain von der Warschauer Brücke eine der endlos langen Treppen runter auf einen Bahnsteig (S+U Warschauer Straße) gelatscht ist und erfährt unten von der Anzeigetafel oder von Informationspersonal, dass die betreffende S-Bahn auf einem anderen Gleis fährt. Dann denkt man vielleicht "oje, alles wieder hoch und nochmal runter". Dann sagt der DB-Mann "warten Sie eine Minute, da kommt gleich die S5, durch die können Sie durchgehen." Und die Bahnen machen wirklich links und rechts auf. Sehr geschickt. In Freiburg habe ich beidseitiges Öffnen früher ab und zu erlebt an der Dorfstraße oder am Rosenmontag beim Theater.

Da nach Günterstal eh nur Zweirichtungsbahnen fahren können, wäre es imho mit geringem Aufwand möglich, links ein- und aussteigen lassen zu können. Oder auch beidseitig. Die Begründung, warum man das nicht macht, würde mich irgendwie auch mal interessieren.

 
Joachim
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