BSB Elektrisch

#1 von Steve Grötzebauch , 12.06.2009 13:05

S-Bahn in der Region unter Strom

FREIBURG. Die Kommunalpolitiker im Breisgau haben Großes vor: Sie wollen das ganze Netz der Breisgau-S-Bahn, also die Strecken rund um Kaiserstuhl, ins Elz- und ins Münstertal elektrifizieren. Das soll die Bahnlinien wirtschaftlicher machen. Das Projekt soll 260 Millionen Euro kosten – und erst 2018 abgeschlossen sein. Doch jetzt fallen die Grundsatzentscheidungen. Der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg billigte es am Mittwoch einstimmig.

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Das Jahr 2018 ist das magische Datum. Dann nämlich soll das gesamte Netz des Bahnnahverkehrs rund um Freiburg (die Regionalexpresszüge zwischen Offenburg und Basel ausgenommen) von einem einzigen Verkehrsunternehmen betrieben werden. Heute teilen sich dies noch drei Unternehmen untereinander auf. Deshalb mag auch niemand von einem regelrechten Freiburger S-Bahn-System sprechen.

Doch nicht bloß die Organisation des Bahnverkehrs soll sich ändern. Das Netz soll modernisiert und effizienter gestaltet werden – schließlich wollen die Kommunen ihren Zuschuss für den Nahverkehr auch begrenzen. Deshalb planen sie die Elektrifizierung des ganzen Netzes, so dass etwa Züge von Titisee-Neustadt über Freiburg durchrollen können bis Breisach. Die Investition in die Elektrifizierung, sagt Thomas Wisser, Kämmerer im Landsratsamt Breisgau-Hochschwarzwald und Prokurist im Zweckverband, rentiere sich binnen zehn Jahren gegenüber den heutigen Dieseltriebwagen.

2018/19 ist allerdings auch ein wichtiges Datum für die Finanzierung dieses Projekts mit geschätzten Kosten von mehr als einer Viertelmilliarde Euro: Nur noch bis dann bezahlt der Bund derartige Ausbauten im Nahverkehr mit. Und es ist ein gewaltiger Anteil, der von ihm erwartet wird – nämlich 60 Prozent. Wie der Zweckverband mitteilt, gibt es aus Berlin erste positive Signale, dass diese Zuschüsse genehmigt werden könnten.

Ende der zehn Jahre dauernden Planungen
20 Prozent der Kosten will das Land übernehmen, so dass für die drei kommunalen Partner – Stadt Freiburg sowie die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen – 100 Millionen Euro einschließlich der Planungskosten zu stemmen wären.

Diese enorme finanzielle Belastung kommt aber in der Hauptsache wohl erst von 2012 an auf sie zu. In dem Jahr nämlich beginnt die Suche nach dem Betreiber des S-Bahn-Netzes im Breisgau, die Ausschreibung dieses Auftrags durch die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg. Bis dahin müssen die Kreistage und der Freiburger Stadtrat die grundsätzliche Marschrichtung sowie ihre Kostenbeteiligung gebilligt, aber auch Bund und Land ihre Finanzierungsteile fest zugesagt haben. Nach Wissers Einschätzung dauert es dann noch bis Mitte 2015, ehe feststeht, wer in den nächsten Jahrzehnten die S-Bahn im Raum Freiburg betreiben wird – auf der Basis von elektrifizierten und ausgebauten Strecken, die bis 2018 erstellt sein müssen. Im Dezember dieses Jahres nämlich übernimmt das Verkehrsunternehmen, das sich in der Ausschreibung durchgesetzt hat, das neue S-Bahn-System. Das wäre dann das Ende eines nun schon mehr als zehn Jahre währenden Planungsprozesses im Breisgau.

Autor: Wulf Rüskamp

 
Steve Grötzebauch
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RE: BSB Elektrisch

#2 von Daniel , 14.06.2009 23:36

Ich denke, ich muss auch meinen Senf dazugeben, ob allerdings meine Bedenken von den Planern gehört oder gelesen werden, steht auf dem anderen Blatt.

Wenn man das Ganze liest, dann fällt mir auf, dass man alles außer die Kbs 703 ausschreiben will, ok, aber da stellt sich mir die Frage, ob die Verantwortlichen bedacht haben, dass die Höllentalbahn zwischen Himmelreich und Hinterzarten einen Steilstreckenabschnitt hat. Mit anderen Worten: Den Fahrzeugtyp, der dann auf allen Strecken eingesetzt werden muss, muss Steilstreckentauglich sein, bisher ist mir nur der FLIRT bekannt, der damals für die Steilstreckenzulassung im Höllental unterwegs war.
Allerdings war damals dieses Fahrzeug dreiteilig, was dem Fahrgastaufkommen im Höllental nicht gerecht ist, da viel zu klein. Ich vermute, das da Vierteilig + Vierteilig zu gewissen Zeiten angebracht wären!
Gegen dieses Fahrzeug spricht ein Beispiel aus NRW. Dort hatte die eurobahn die Ausschreibung der Hellweg-Bahn (Dortmund-Soest) gewonnen, später wurde es dem Unternehmen aber untersagt, die Fahrzeuge (FLIRT; vierteilig und doppeltraktionsfähig) als Doppeltraktion fahren zu lassen. Seitdem fluchen die Fahrgäste dort nur noch über dieses Unternehmen. Im Höllental könnte es sein, dass da auch das EBA den Einsatz Doppeltaktionen untersagt (Vermutung von mir), weil die Steilstrecke sicherlich eine Herausforderung für so ein Leichtbaufahrzeug ist und ich nicht weiß, ob es da Probleme mit der Kupplung geben könnte.

Beispiel: Was ist, wenn die beiden Tw´s nicht exakt genau die gleiche Geschwindigkeit haben, sondern der hintere Tw ein paar km/h schneller ist als der vordere Triebwagen. Wer kann dann garantieren, dass es in einer Kurve im Höllental (Abschnitt Himmelreich - Hinterzarten) keine Entgleisung gibt und ein Teil vom Triebwagen einen Abhang hinunterstürzt. Das ist meine größte Sorge.

Aber auf dem Markt gibt es auch noch andere Fahrzeuge, wo ich mir sicher bin, ob die überhaupt eine Steilstreckenzulassung bekämen:

Es gibt den "Quietschie" (Baureihen 423, 424, 425 und 426), mit dem war damals angedacht, im Murgtal die Schnellverbindungen fahren zu lassen, was allerdings daran scheiterte, dass dieses Fahrzeug über schlechte Bremsen verfügt, somit komplett ungeeignet ist.

Die Weiterentwicklung des Quietschies ist die Baureihe 422, die momentan in NRW angeschafft werden. Bei diesem Fahrzeug will man die Bremsprobleme beseitigt haben, aber es gab zu diesem Fahrzeug schon Berichte, dass der Tachomesser während der Fahrt ausgefallen ist. Bedenklich

Momentan werden auch Fahrzeuge vom Typ Lirex (Baureihe 440) von der DB AG angeschafft. Bisher hat dieses Fahrzeug noch keine Zulassung bekommen, sondern hat nur eine befristete Betriebserlaubnis von der EBA erhalten. Der Triebwagen macht der DB AG andauernd Probleme, mal ist es dies, mal ist es das.

Kommen wir nun zum Talent (dem Original), dieses Fahrzeug glänzt durch sehr großzügigen Beinfreiheiten, großen Fenstern und optimale Sitzaufteilung, allerdings ist dieses Fahrzeug lahm in der Beschleunigung, deshalb für eine richtige S-Bahn ungeeignet, eher als Regionalbahn.

Bombardier hat insgesamt drei neue Typen von Triebwagen im Sortiment, neben dem Lirex und der Baureihen 422 ist der neue E-Talent wohl der Hässlichste von den dreien, er soll bei der S-Bahn Nürnberg eingesetzt werden.

Mehr E-Triebwagen fallen mir momentan nicht ein.

Und um wieder auf das Thema zurückzukommen, ich denke, es ist sinnvoller die Höllentalbahn einzeln auszuschreiben, da dort Herausforderungen lauern, die scheinbar noch nicht von einem Triebwagentyp gelöst wurden. Ich würde es deshalb besser finden, wenn dort später einmal der Verkehr komplett mit Loks der Baureihe 146 und Doppelstockwagen betrieben werden würde. Sollte das Land noch etwas spendabler mit den Finanzmitteln sein, so wäre es doch auch denkbar, die Triebwagen von Breisach/Endingen über Freiburg nach Kirchzarten/Himmelreich zu schicken. Vorausgesetzt, die Strecke wird entsprechend ausgebaut. Vielleicht werden dann die durchgehenden RB´s soweit entlastet, das von einer 146 nicht mehr als vier Wagen benötigt werden.

So könnte ich es mir vorstellen

 
Daniel
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RE: BSB Elektrisch

#3 von max , 13.08.2009 19:37

Warum sollte es einen Geschwindigkeits unterschied zwischen den beiden Wagen der Traktion geben? Das sie zusammen hängen geht das doch eigentlich garnicht...?!

max  
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