BZ: Beim Nahverkehr will niemand nur die zweitbeste Lösung

#1 von Daniel , 06.05.2009 23:30

Hallo,

heute gab es wieder einen Artikel in der Badischen Zeitung, diesmal wird noch zwischen den Zeilen über eine Elektrifizierung der hinteren Höllentalbahn berichtet, mal sehen was davon nur Wahlversprechungen sind, und was in die Realität umgesetzt wird.

Zitat
LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD (dan). Wenn es um den öffentlichen Personennahverkehr geht, dann gibt es im Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald nur eine Meinung: Dieses ohnehin schon gute und für manch andere Region als Beispiel dienende Angebot soll weiter ausgebaut und verbessert werden. Und man ist bereit, dafür auch immer wieder viel Geld in die Hand zu nehmen.

Dementsprechend fiel die Abstimmung in der jüngsten Kreistagssitzung über die Weiterentwicklung des regionalen Schienenpersonennahverkehrs wie bereits berichtet einstimmig aus. Alle politischen Gruppierungen sind bereit, weitere Millionen für den Nahverkehr auszugeben. Die Kreisverwaltung wurde für ihren Kurs kräftig gelobt, kritische Töne waren kaum zu hören.

Seine Fraktion trage die "Vision" Breisgau-S-Bahn 2020 gerne mit, die sich auf die "Freiburger Erklärung" gründet, derzufolge in den kommenden zehn Jahren 260 Millionen Euro für die Weiterentwicklung des Nahverkehrs in Freiburg und in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen investiert werden sollen, sagte CDU-Kreisrat Georg-Wilhelm von Oppen. Es sei höchst erfreulich, dass beim Projekt Nahverkehr alle Beteiligten an einem Strang zögen – das Einvernehmen zwischen der Stadt Freiburg und den beiden Landkreisen sei vorbildlich. Die Änderung der Finanzstruktur, nach der künftig der Partner am meisten zahlen müsse, der von einem Vorhaben am meisten profitiere, sei zu begrüßen, sie schaffe Klarheit zwischen den Beteiligten. Und sehr zu begrüßen sei natürlich auch, so von Oppen, dass sich die staatliche Förderung von 75 auf 80 Prozent erhöhe.

Auf diese Verbesserung der Finanzierung wies auch SPD-Kreisrat Ulrich Greschkowitz hin, der im Übrigen auf die Pionierleistungen des früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Baldur Franz in Sachen ÖPNV hinwies. Durch die Aufnahme des 260-Millionen-Vorhabens in das Bundesprogramm nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz könne der Zweckverband Regionahverkehr Freiburg (ZRF) 13 Millionen Euro einsparen. Mit dem ZRF-Angebot habe sich ein Projekt entwickelt, das einmalig in der ganzen Bundesrepublik sei.

"Ausreichend Platz in den Zügen und barrierefreie Bahnhöfe"
Für die Freien Wähler lobte Kreisrat Klaus Menner aus Titisee-Neustadt das Werk. Es sei wichtig, neben der schon immer gut erschlossenen Nord-Süd-Achse auch die abseits liegenden Gebiete wie etwa den Schwarzwald an den öffentlichen Nahverkehr anzuschließen. Es sei eine freudige Vorstellung, dass man nach dem Anschluss an das französische Hochgeschwindigkeitsnetz nicht nur ohne großen Aufwand Frankreich erkunden könne, sondern dass umgekehrt auch für die Franzosen die Tür zur Region Freiburg geöffnet werde.

Die Region sei schon früh vorbildlich gewesen mit der Einführung der Regiokarte und mit der S-Bahn 2005, sagte Kreisrätin Gerlinde Westermayer von den Grünen, deswegen sei es nur folgerichtig, diesen Weg weiter zu beschreiten und ein gutes Konzept für die Zukunft zu erarbeiten. Der Fraktion der Grünen sei es wichtig, auf allen Strecken ein nutzerfreundliches Angebot zu haben mit kurzen Takten, guten Anschlüssen und bezahlbaren Fahrscheinen, einem ausreichenden Platzangebot in den Zügen und nicht zuletzt barrierefreien Bahnhöfen. Die Grünen sähen in dem Gesamtkonzept einen guten Ansatz, es könne aber noch einiges verbessert werden. Dazu gehöre zum Beispiel, dass weitere Wagen auf den Strecken eingesetzt werden und dass bei einigen Bahnhöfen die Bahnsteige verlängert werden.

Kritische Töne waren einzig von den Freidemokraten zu hören. "Wo sollen jedes Jahr 4,5 Millionen Euro herkommen?", fragte Kreisrat Werner Haerdle mit Blick auf die sich in den kommenden Jahren sicher verschlechternde Finanzlage des Landkreises. Außerdem sei das Entwicklungsprogramm des Nahverkehrs räumlich nicht ausgewogen, der Westen und Südwesten des Landkreises stehe besser da als andere Gebiete. "Wo bleibt der Schwarzwald?", wollte Haerdle wissen. Von Finanzdezernent Thomas Wisser bekam er zur Antwort, dass der Schwarzwald sehr wohl im Fokus der ÖPNV-Weiterentwicklung stehe. "Der Hochschwarzwald hat 1994 als Erster profitiert, da gab’s noch gar keine Breisacher Bahn", sagte Wisser.

Die FDP stellte auch über den Löffinger Kreisrat Rudolf Gwinner den Antrag, parallel zu einer Elektrifizierung der Strecke Neustadt – Donaueschingen die Möglichkeit eines S-Bahn-Netzes Hochschwarzwald-Baar zu prüfen. Dagegen hatte niemand etwas einzuwenden im Kreistag, zuständig dafür sei jedoch, machte die Kreisverwaltung klar, der Zweckverband Regionahverkehr Freiburg.



Quelle: Badische Zeitung - Beim Nahverkehr will niemand nur die zweitbeste Lösung.

 
Daniel
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