Ein Zeitungsartikel, der was mit Freiburg zu tun hat

#1 von Daniel , 12.08.2008 01:20

Zitat
Renaissance alter Technologien
Rückkehr der Techno-Dinos


Neue Straßenbahnen

Es ist ein Projekt mit doppeltem Symbolwert: Kürzlich unterzeichneten der schweizerische Kanton Basel-Stadt und die deutsche Stadt Weil am Rhein eine Vereinbarung zum Bau einer grenzüberschreitenden Straßenbahnlinie. Dieses "Trämli" steht nun zum einen für die Zusammenarbeit der beiden Staaten, zum andern aber auch für die Renaissance der Straßenbahn in einer Zeit, in der Rohstoffe knapp und Autofahrten teurer werden.
LEBEN AUF RESERVE

Die Energiepreise steigen stetig, Rohstoffe sind teuer wie noch nie. Was Appelle von Umweltschützern jahrzehntelang nicht vermochten, schafft nun der Preisdruck: Ein sparsamer Umgang mit Ressourcen wird zur Pflicht. Und damit rücken wieder Technologien in den Mittelpunkt, die lange Zeit als unmodern oder wenig praktikabel galten. Die drei Beispiele dieser Seite sind nur der Anfang einer Serie, in der wir uns diesem Trend widmen.

Die Straßenbahn liegt im Trend. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) beziffert den Zuwachs an Fahrgästen in den deutschen Trams im Jahr 2007 auf rund 50 Millionen oder 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr - obwohl schon 2006 aufgrund der Fußball-WM ein starkes Jahr für den Nahverkehr war. Für 2008 liegen zwar noch keine Zahlen vor, doch auch hier sei der "Trendverlauf recht positiv", wie es beim VDV heißt. "Wir gehen davon aus, dass der Zuwachs auch mit den gestiegenen Energiepreisen zusammenhängt", sagt VDV-Statistikerin Ursula Dziambor.

Eine alte Technik kommt damit zu neuen Ehren. Die erste elektrische Straßenbahn der Welt fuhr im Mai 1881 in Berlin-Lichterfelde. Zur Jahrhundertwende zogen zahlreiche Städte nach und bauten oft zeitgleich mit ihren Elektrizitätswerken auch elektrische Bahnen. In der Nachkriegszeit jedoch wurde man der Tram vielerorts überdrüssig und baute sie ab.

Knappe Energie und steigende Spritpreise beflügeln heute ihre Renaissance. Schon mit der ersten Ölkrise 1973 hatte man begonnen umzudenken, doch ihren wahren Boom erlebt die Tram jetzt bei Spritpreisen von rund 1,50 Euro. Als hätten sie den Preisschub vorausgesehen, haben einige Städte wie Freiburg und Karlsruhe ihr Schienennetz in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Doch nicht nur in Deutschland wächst die Liebe zur Tram, auch in Frankreich. Straßburg brachte die Straßenbahn bereits im November 1994 zurück in die Stadt, nachdem man sie 1960 stillgelegt und den Wagenpark öffentlich verbrannt hatte. Heute gibt sich auch Präsident Nicolas Sarkozy als Freund der Tram; kürzlich schlug er vor, bis 2020 über 1.500 Kilometer neue Straßenbahnlinien im Land zu bauen.

Weil aber auch für Straßenbahnen die Energiekosten steigen, arbeiten die Fahrzeugbauer an neuen Techniken, vor allem an der konsequenten Nutzung der Bremsenergie. Zwar ist die Rückspeisung von Bremsenergie schon recht verbreitet, doch nicht immer bietet sich diese Technik in der Praxis an. Denn sie setzt voraus, dass sich jeweils zum gleichen Zeitpunkt in der Nähe ein anderes Fahrzeug befindet, das die Energie aufnehmen kann. Wo das nicht der Fall ist, geht Bremsenergie verloren. Nach Zahlen den Fahrzeugbauers Bombardier werden in heutigen Schienenleichtfahrzeugen oft nur 15 Prozent der eingesetzten Energie zurückgewonnen, obwohl bis zu 40 Prozent möglich wären.

Dieses Potenzial lässt sich nur erschließen, wenn die Bremsenergie an Bord der Fahrzeuge gespeichert und beim nächsten Anfahren wieder genutzt wird. Möglich wird das durch Hochleistungskondensatoren, sogenannte SuperCaps, die in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht haben. Eine solche Technik setzen etwa die Mannheimer Verkehrsbetriebe MVV ein. Die Einsparung liege bei 30 Prozent, heißt es.

Doch nicht nur neue Technik kann Straßenbahnen in Zukunft noch energiesparender machen. Andreas Hildebrandt, Sprecher der Freiburger Verkehrs AG, nennt noch einen anderen Faktor: "Die beste Möglichkeit, den Verbrauch pro Fahrgast zu senken, ist die weitere Verbesserung der Auslastung." BERNWARD JANZING



Quelle: http://www.taz.de/1/zukunft/umwe...r-techno-dinos/

 
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RE: Ein Zeitungsartikel, der was mit Freiburg zu tun hat

#2 von ÖPNV-FAN , 25.08.2008 13:26

heute wahr ein Artik in der BZ über die Combinos!da wird auch geschrieben das Fahrzeuge verkauft werden soll!sind das jetzt die wagen 210-214 oder 221-224?

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RE: Ein Zeitungsartikel, der was mit Freiburg zu tun hat

#3 von Daniel , 25.08.2008 15:17

Zitat

Das Ende des Combino-Chaos ist absehbar: Ende Oktober wird auch die letzte sanierte Straßenbahn – die mit der Nummer 279 – in Freiburg eintreffen. Von da an ist der Fuhrpark der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) mit insgesamt 18 Combinos wieder komplett. "Diese Fahrzeuge sind dann endgültig in technisch einwandfreiem Zustand", sagt VAG-Betriebsleiter Thomas Ruff. Dabei bezieht er sich auf Aussagen des Gutachters, der im Auftrag der technischen Aufsichtsbehörde des Regierungspräsidiums in Stuttgart an dem mehrere hundert Millionen Euro teuren Sanierungspaket der Niederflur tram mitgewirkt hat.

Das weltweite Chaos war in Freiburg ausgelöst worden, als hier im April 2002 eine Schraube im Combino 272 bracht. Der 272er wurde später in Prag völlig ausein andergenommen, bis hin zur Bodenplatte. "Zerstörend geprüft", nennt das VAG-Vorstand Rolf-Michael Kretschmer. Weltweit 450 Trams holte der Hersteller Siemens im Jahr 2004 von den Gleisen, unter anderem in Hiroshima, in Amsterdam, in Bern, in Basel und eben auch in Freiburg.

Im Kern hatten die Ingenieure der als barrierefreier, durchgängig niederfluriger "Traumtram" gewähnten Straßenbahn einfach die Kraftübertragungen in Kurven falsch berechnet. Und das bei einem Stückpreis von zwei Millionen Euro. "Wenn der Combino immer nur geradeaus fahren müsste, hätten wir nie ein Problem gehabt", sagt Ruff. Aber auch die Qualität des Gleisnetzes ist wichtig, und die ist in Freiburg deutlich schlechter als etwa in Düsseldorf, weshalb die Rheinländer auch weniger Probleme hatten.

Siemens musste in einem ganzen Paket von Sanierungsmaßnahmen in den Fahrzeugen die Wagenkästen aufwändig versteifen, Freiwegdämpfer und Wenk-Schwank-Lager zwischen die einzelnen Wagenteile bauen, das Fahrgestell gegen den Wagen mit einem größeren Freiheitsgrad von 1,5 anstatt ursprünglich 0,7 Grad ausstatten, um die Kurvenkräfte besser auf den Combino abzuleiten. Kritiker behaupten, der Combino würde durch den Wegfall der Drehgestelle samt Verlagerung der Technik aufs Dach künftig mehr Abrieb an Gleisen und Rädern und damit für die VAG Mehrkosten in opulenter Höhe verursachen. Dem halten Kretschmer und Ruff mit Nachdruck entgegen, dass auch bei den alten Trams viel Technik auf dem Dach sitze und dass vor allem das generelle Problem nicht etwa die Dachlast, sondern vielmehr die mangelnde Kraftverteilung vom Gleis in den Wagen bis hin ins Dach sei. "Wir haben bis jetzt jedenfalls nicht feststellen können, dass wir mit den Combinos mehr Verschleiß hätten", so Ruff. Deswegen würden auch bei den Sanierungen der Strecken nach Günterstal und Zähringen keine "combino-freundlichen" Gleise gelegt. Wenn aber Bögen erneuert werden, würde man flachere Radien einplanen. Ruff hat 1981 zum ersten Mal Trams für Freiburg geordert, von diesen GT8 fahren derzeit noch zehn. Wenn die Combino-Flotte komplett ist, werden es noch fünf sein: "Die brauchen wir für die Spitzen im Morgenverkehr oder für die SC-Spiele." Die anderen fünf sollen verkauft werden, so ist einer nach Ulm geliefert worden, der dort als Werkstattwagen fungiert.

Nach Einschätzung von Kretschmer hat die VAG das Chaos "gut überstanden". Konkrete Zahlen, sei es in Sachen Schadensersatz von Siemens oder eigener Mehrkosten, wollte er nicht nennen. Die Verkehrsbetriebe könnten aber glücklich sein, bei einem so solventen Unternehmen geordert zu haben: "Stellen Sie sich vor, ein kleiner Hersteller hätte diese Probleme gehabt. Der wäre insolvent geworden und wir hätten dann das Chaos alleine ausbaden müssen."

Quelle: Badische Zeitung




Beides glaube ich nicht, da sind eher die Fahrzeuge 205 bis 209 gemeint. 207 verschrottet, 208 + 209 in Ulm.

 
Daniel
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