ÖPNV-Tariferhöhungen

#1 von Edgar , 28.05.2008 14:43

Zum Thema "ÖPNV-Tariferhöhungen" habe ich einen interessanten Beitrag gefunden, den ich hier gerne zur Diskussion stellen möchte ...

Wollte nach einem kurzen Gespräch mit Walter Moos den unten stehenden Text gerade (Fr Mai 30, 2008 10:25) einstellen ... Steve war schneller !!!

Nachtrag v. 08.11.2008:
Siehe zu diesem Thema auch die Beiträge in "Fahrscheinpreise"

 
Edgar
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#2 von Steve Grötzebauch , 28.05.2008 16:28

Beitrag aus der Verlinkung:

Das ist echt frech: Nächstes Jahr sind Kommunalwahlen. Da kommen drastische Erhöhungen der ÖPNV-Tarife nicht gelegen. Also zieht man den ÖPNV-Nutzer/innen das Geld lieber schon ein Jahr früher aus der Tasche. Vielleicht merkt es ja keine/r.
Rede von Hendrijk Guzzoni anlässlich der diesjährigen ÖPNV-Tariferhöhung durch den Gemeinderat am 6.5. 2008

Die Debatten um die jährlichen Tariferhöhungen im ÖPNV gleichen einem liebgewordenen, immer wiederkehrenden Ritual:

- Die CDU lobt (zu Recht) das tolle Angebot der VAG und des ZRF und erklärt die Tariferhöhungen für gerechtfertigt.
- Die Grünen ebenso, außerdem weisen diese (zu Recht) noch auf den positiven Beitrag des ÖPNV zum Umwelt- und Klimaschutz hin.
- Die SPD stimmt diesen Argumenten zu, hebt aber warnend den Finger, dass bei den Tariferhöhungen aus sozialen Gründen bald das Ende der Fahnenstange erreicht sei.
- Und die Unabhängigen Listen lehnen die Tariferhöhungen als einzige ab. Sie erklären, dass Tariferhöhungen bei Bus & Bahn nicht recht in Einklang stehen mit den ehrgeizigen Klimaschutzzielen der Stadt, dass sie verkehrs- und umweltpolitisch das völlig falsche Signal sind. Die UL macht deutlich, dass die Lebenshaltungskosten weitaus schneller steigen als die Reallöhne, dass zunehmend mehr Menschen sich keine Regio-Monatskarte mehr leisten können. Und fordern konsequenterweise die Einführung eines Sozialtickets.

Eigentlich hätte diese Debatte ausnahmsweise etwas anders verlaufen können.
Denn dieses Jahr wird uns eine Tariferhöhung vorgeschlagen, die in dieser Höhe nicht einmal betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen ist.

Hat der ZRF eine „ÖPNV-spezifische Inflationsrate“ von 1,7% errechnet, so sollen die Tarife jedoch um durchschnittlich 2,2% steigen. Die Regio-Monatskarte sogar um 3,4%. Dies ergibt laut Kalkulation eine Plus von über 500.000.-€, die den Nutzer/innen des ÖPNV in der Region aus der Tasche gezogen werden ohne dass dies, selbst nach den eigenen Kalkulationen, notwendig wäre. Hintergrund des Ganzen ist, dass für nächstes Jahr eine deutlich höhere „ÖPNV-spezifische Inflationsrate“ erwartet wird. Also nach der Logik des ZRF nächstes Jahr die ÖPNV-Tarife deutlich stärker angehoben werden müssten. Nächstes Jahr sind jedoch Kommunalwahlen. Und da kommen drastische Erhöhungen der ÖPNV-Tarife nicht gelegen. Also zieht man den ÖPNV-Nutzerinnen das Geld lieber schon mal ein Jahr früher aus der Tasche. Vielleicht merkt es ja keiner.

Auf die Idee, das System der jährlichen Tariferhöhungen in Frage zu stellen, kommt hier niemand. Dabei ist der Kostendeckungsgrad bei der VAG schon deutlich höher als in vielen vergleichbaren Kommunen. Dabei sind Zuwachsraten bei den Fahrgästen mit dieser Tarifpolitik, wie selbst eingeräumt wird, nicht mehr zu erreichen. Schon jetzt wird davon ausgegangen, dass von jedem Euro, der durch Tariferhöhungen eingenommen wird, 20 Cent wieder verloren gehen, weil Menschen sich die Regio-Karte nicht mehr leisten können. Tendenz steigend. Aber alle machen weiter wie bisher. Aber alle wissen eigentlich ganz genau, dass es so nicht weitergehen kann.
Die Nutzung des ÖPNV darf nicht zum Luxus werden.
Viele Menschen sind heute schon von Mobilität teilweise ausgeschlossen. Hartz IV Empfänger/innen bekommen 18.-€ im Monat für den ÖPNV. Das sind im Monat vier ein halb (4 ½) Fahrten hin und zurück. Und die Regio-Karte soll nun 45,50 Euro im Monat kosten, Tendenz steigend. Ein Umdenken findet nicht statt. Und so geht das Ritual in seine nächste Runde.
Die Unabhängigen Listen lehnen ungerechtfertigten Tariferhöhungen bei Bus & Bahn ab.

Ich bin schon gespannt auf die Diskussion im nächsten Jahr.

Quelle: UL

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#3 von Edgar , 06.06.2008 00:18

Ich habe mir gerade ausgerechnet, wie viele wirklich hart verdiente Euros wir der VAG etc. bereits jetzt schon pro Jahr 'zuschustern'
(Eltern + 2 Kinder auf sog. 'weiterführenden' Schulen, die von den laufenden Kosten her ohnehin sehr teuer sind: Bücher, Klassenfahrten, Schullandheim-Aufenthalte, Auslands-Aufenthalte etc.):

Mama (Jahreskarte): 440,00 €
Papa (Jahreskarte): . 440,00 €
Tochter (12 x 27 €):. 324,00 €
Sohn (12 x 27 €): .... 324,00 €
Insgesamt .......... 1528,00 €

Und dann müssen unsere Kinder auch noch mit ihren schweren Schulranzen auf dem Rücken von der Endhaltestelle "Innsbrucker Straße" nach Hause laufen, weil der Anschlußbus der Linie 11 erst 12 Minuten später dort eintrifft !!!

(ohne Kommentar !)


Nachtrag: Aus dem “Amtsblatt“ der Stadt Freiburg v. 30.08.2008

Zitat
Fraktionsbeitrag Unabhängige Listen

UL fordern Regio-Sozialticket für Bus und Bahn


Zum August 2008 wurde die Regiokarte auf Beschluss der Gemeinderatsmehrheit um 3,4 Prozent teurer, mehr sogar als laut ZRF-Inflationsrate 2008 nötig wäre, schließlich hält man dieses Reizthema aus den Kommunalwahlen 2009 lieber heraus. Seit der Einführung 1991 stieg der Preis um stattliche 81 Prozent von 25,50 auf nun 45,50 Euro. Diese Tariferhöhung ist angesichts der Klimaschutzziele der Stadt und der „StattAuto“-Umsteigeparolen der VAG das völlig falsche Signal. Vor allem aber wirkt sie zunehmend sozial ausgrenzend für mehr als 20 000 Freiburger Bürgerinnen und Bürger, die in Armut leben müssen. Der Regelsatz für Bezieher/innen von ALG II, Sozialgeld und Grundsicherung im Alter, bewusst weit unterhalb der offiziellen Armutsgrenze festgesetzt, reicht – egal wie Frau oder Mann es auch wendet – für ein menschenwürdiges Leben nicht aus. Waren schon bisher gesundes Essen, kulturelle, sportliche und soziale Aktivitäten ein kaum zu verwirklichender Luxus, drohen ab kommendem Winter noch längere Schlangen bei der „Tafel“, kalte Wohnungen, noch mehr Stromsperren wegen Zahlungsrückständen. 14,11 Euro sieht der Regelsatz monatlich vor für das „Recht auf Mobilität“ mit Bus, Straßenbahn, Bahn: 3 VAG-Fahrten hin und zurück, Tarifzone 1, Stadtgebiet, also an 3 von 30 Tagen. Ähnlich erleben es zunehmend mehr „Working Poor“, Arme, die trotz Arbeit oft nur mit ergänzendem ALG II über die Runden kommen oder Senior/innen mit Minirenten. Gerade diese Bürgerinnen und Bürger benötigen ein Sozialticket, das Mobilität und damit die Teilnahme am sozialen und gesellschaftlichen Leben in Freiburg und der Region erleichtert.

Städte wie Köln und Dortmund gehen als neueste Beispiele voran. Und: Wer 14,11 Euro für alle Reisen im Monat zur Verfügung hat, braucht – um nicht in seiner Armut stecken zu bleiben – ein Sozialticket, dessen Preis deutlich darunter liegt, besser noch zum Nulltarif!

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#4 von Joachim , 22.06.2008 00:13

Hallo,

ich saß gestern in einem Bus, wo sich zwei Leute, die sich offenbar länger nicht gesehen hatten, trafen. Einer der beiden fährt laut seiner Aussage seit neuestem regelmäßig mit dem Bus zur Arbeit und retour, weil ihm der Sprit fürs Auto zu teuer wurde.

Jetzt interessiert mich: Steigen die Fahrgastzahlen im RVF momentan tatsächlich? Gibt es Messungen?

Gruß
Joachim

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#5 von Daniel , 22.06.2008 00:43

Hallo

letzten Sonntag wurde in der Zeitung "Der Sonntag" über die Spritpreise berichtet und da wurde die Entwicklung der BSB auf der Elztalbahn aufgezeigt:

2002-> 5000 Fahrgäste täglich
2007-> 10000 Fahrgäste täglich

Wie es auf dem Rest des Netzes aussieht weiß ich nicht genau, aber aus eigenen Beobachtungen würde ich sagen ,das es seit die Vaubanlinie gibt, wohl einen gewaltigen Fahrgastansturm gibt und deshalb befürchte ich das die Zahlen im Verkehrsentwicklungsplan 2020 als zu tief eingeschätzt werden Vor allem wenn ich an eine Stadtbahn Gundelfingen denke, so sehe ich woll ein Problem aufkommen da für diese Linie scheinbar keine neuen Fahrzeuge zu erwarten sind

Noch etwas zum Zeitungsartikel: Da stand auch drin das manche Verkehrsexperte mit damit rechnen das das Verkehrsaufkommen im Jahr 2025 in etwa der Höhe entspricht der 1930er Jahre und die Zeitung hat vor diesem Hintergrund einen raschen Ausbau der Stadtbahnlinien gefordert und auf den Verzicht des Ausbaus der H. v. Stephan Straße !

Mehr weiß ich jetzt auch nicht !

MfG

Daniel

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#6 von Joachim , 23.06.2008 23:02

Hallo Daniel!

> Mehr weiß ich jetzt auch nicht !

Da kann man nix machen

mfG Joachim.

PS: Kann jemand Zahlen nennen, ob der Privatverkehr neuerdings im RVF-Raum zugunsten des ÖPNV zurück gegangen ist?

MfG an ALLE!
Joachim

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#7 von Steve Grötzebauch , 27.06.2008 17:09

Nicht ganz aktuell, aber die Zahlen, die Ihr haben wollt, erfahren wir halt erst im nächsten Jahr.
Solange müssen wir warten.

Dateianlage:
zahlen und fakten.jpg
 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#8 von Edgar , 01.07.2008 22:35

Als überzeugter "ÖPNV-Vielfahrer" (der TÜV-Mitarbeiter bei der letzten Kfz-Abnahme: "Kann es sein, dass Sie in den letzten zwei Jahren noch nicht einmal 2 000 km gefahren sind ?") stelle ich fest, dass sowohl die Straßenbahnen als auch die Busse und Züge immer voller werden.

Mit einer Ausnahme: Die Linie 11 !

Bereits vor einem Jahr habe ich Herrn Plöger (VAG) auf die negative Entwicklung dieser Linie hingewiesen, woraufhin er erklärte, dass die Fahrgastzahlen nicht zurückgehen, sondern "stagnieren" würden.

Hanspeter konnte sich darob die Bemerkung nicht verkneifen: "Des isch genauso schlimm." Und Recht hat er !!!

Einzig die wenigen noch verbliebenen St. GeorgenerInnen freuen sich; haben sie doch jetzt "ein NOCH größeres (Sitz-)Platzangebot zur Verfügung". (Brief v. Frau Dr. Helgard Berger, VAG)

Siehe hierzu auch: " Verbesserung der VAG-Anbindung "

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#9 von Edgar , 18.07.2008 11:34

Zitat
Blockieren in guter alter Tradition

Vom Oberbürgermeister eröffnet, von Protesten begleitet, rollt seit gestern eine 68er-Ausstellung auf der Strecke der Linie 1.

Von Julia Littmann und Stefan Hupka

Ein störrischer Goldesel und ein Dutzend Demonstranten blockierten am Freitagmittag eine Viertelstunde lang die Straßenbahn mit der Sonder-Nummer 68. Die GT4, Baujahr 1962, die eine Teilstrecke der Linie 1 befährt, ist eine rollende Ausstellung. Deren kurzzeitige Blockade auf den Gleisen der Bertoldstraße fand in einer sozusagen greifbaren Tradition statt: Die Ausstellung "Linie 68" dokumentiert zum 40. Jahrestag die "Freiburger Fahrpreiskämpfe" — denen damals auch mit Gleisblockaden Nachdruck verliehen wurde.

Die Ausstellung, die die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) in Kooperation mit den Freiburger Verkehrsbetrieben (VAG) und anderen Unterstützern ermöglicht hat, löste gar eine Doppelblockade aus. Protest Nummer eins galt den — auch 40 Jahre danach noch aktuellen — Forderungen nach einer sozial gerechten Stadt: Die Bürgerinitiative "Wohnen ist Menschenrecht" und der "Runde Tisch zu den Auswirkungen von Hartz IV" knüpften an den einstigen Wunsch nach Billigtickets für sozial Benachteiligte an — der Pappmachee-Goldesel war plakatiert mit der Aufschrift "Sozialticket jetzt!"

Protest Nummer zwei hätte fast den wichtigsten Teil des Erinnerungs-Events verpasst. Am Bertoldsbrunnen wollte sich ein kleiner Trupp der 68er-Fahrpreiskämpfer der bewegten Ausstellung und den Festgästen der Vernissage in den Weg setzen, musste dann aber samt Schildern ("Trittbrettfahrer" ) und Sitzkissen zur nächsten Haltestelle sprinten: Bahn und Festgäste kamen nämlich etwas abseits vom Zentrum am Theater zusammen.

Zuvor hatte die Ausstellungseröffnung in den Räumen der LpB stattgefunden. Dass als Festredner keine damaligen Aktivisten geladen waren, war im Vorfeld der Veranstaltung verschiedentlich kritisiert worden — und Anlass für die Blockade Nummer zwei. Die Rednerliste jedoch war geblieben. Grußwort: Oberbürgermeister Dieter Salomon, der emeritierte Politologe Dieter Oberndörfer hielt ein Referat. Salomon betonte: "Die Auseinandersetzungen von damals haben aus Deutschland ein demokratisches Land gemacht." Auch sei die Gründung seiner Partei, der Grünen, ohne die Achtundsechziger nicht denkbar gewesen. Auf der anderen Seite sei der Antiamerikanismus der damaligen Linken, der sich bis in eine faschistoide neue Judenfeindlichkeit und Sympathien für Palästinenserterror hineingesteigert habe, ihr schwerster Fehler gewesen. Er vermisse bei manchem aufrechten Alt achtundsechziger die selbstkritische Frage: "Wie blöd waren wir damals eigentlich manchmal?"

Der Politologe Dieter Oberndörfer (79) stellte in seinem Referat fest, manche von den alten Kämpfern seien doch inzwischen sehr "bürgerlich, fett und wohlhabend" geworden. Er wünsche sich, dass sie ihr "Menschenrechtspathos von damals" auch in aktuellen Fragen wieder aufbringen würden, etwa beim internationalen Flüchtlingsproblem. Die Protestierer beider Blockadeblöcke forderten gestern allerdings jeweils genau das: Die Verbindungslinien aus damaligen ernsten Anliegen und drängenden Fragen zu heutigen Nöten und Notwendigkeiten zu ziehen. Eine Absicht, die übrigens auch die Ausstellungsmacher bewegt: Mit sehenswerten Fotopanoramen, provokativen Wortassoziationen, Hintergrundtexten, Musik und Fühlkästen wollen sie die Erinnerung an die Anliegen der 68er nicht einfach nur mitten im Alltag erlebbar machen, sondern auch interaktiv die Fahr- und Ausstellungsgäste mitnehmen in Fragen und Bewertungen zu den damaligen und heutigen Vorgängen.


Quelle: Badische Zeitung v. 2. Februar 2008 "Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart/Freiburg

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#10 von Steve Grötzebauch , 21.07.2008 22:49

Hallenser müssen tiefer in die Tasche greifen.

Stichworte: Gas HAVAG ÖPNV MDV EVH Fahrradmitnahme

Bis zu 14 Prozent mehr für Gas, 29 Euro mehr für Jahreskarte, Monatskarte steigt um 3 Euro

(ens) Nach ihrem Urlaub müssen die Hallenser deutlich tiefer in die Tasche greifen. Zum 1. August erhöhen sowohl die Energieversorgung Halle (EVH) als auch die Hallesche Verkehrs AG (HAVAG) ihre Preise. Gaskunden der EVH zahlen ab nächstem Monat 14 Prozent mehr. Der Versorger begründet die hohen Preise mit stark gestiegenen Gasbezugspreisen bei den Großhändlern.

Und auch die Benutzung von Bus und Bahn wird ab August deutlich teurer. So steigen in Halle die Jahreskarten von 403 auf 432 Euro an. Für eine Monatskarte sind künftig 44,50 Euro (bisher 41,50 Euro) zu zahlen. Auch Einzel-, Vier-Fahrten-, Tages-, Wochen- und Kinderkarten erhöhen sich deutlich. Stabil bleiben lediglich die Preise für Kurzstrecken-Tickets. Begründet wird die Erhöhung unter anderem damit, dass die Zuschüsse der Stadt Halle (Saale) an die HAVAG seit 2001 um 11 Mio Euro gesunken sind. Auch Landes- und Bundeszuschüsse waren gekürzt wurden. Dagegen sei der Kostenaufwand im letzten Jahr um 20 bis 30% gegenüber 2006 gestiegen. Zudem hätten die um bis zu 15% gestiegenen Kosten für Fahrzeugreparaturen, Ersatzteile und TÜV sowie Betrieb und Unterhaltung der Firmenstandorte für eine immer größer werdende Deckungslücke gesorgt. Zudem ist ab 1. August die Fahrradmitnahme kostenpflichtig (Halleforum berichtete).

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#11 von Steve Grötzebauch , 21.07.2008 22:58

MDV erhöht erneut die Preise

Stichworte: ÖPNV MDV HAVAG Fahrpreise

Ab August erhöhen sich die Ticketpreise für Bus und Bahn in Halle um bis zu 10 Prozent. Der MDV argumentiert unter anderem mit gestiegenen Kosten und gesunkenen Zuschüssen.

(ens) Die Hallenser müssen ab August für Bus und Straßenbahn tiefer in die Tasche greifen. Nachdem bereits am Donnerstagabend der Aufsichtsrat des MDV sein OK gegeben hatte, stimmten am Freitag auch die Leipziger Verkehrsbetriebe zu. So steigen in Halle die Jahreskarten von 403 auf 432 Euro an. Für eine Monatskarte sind künftig 44,50 Euro (bisher 41,50 Euro) zu zahlen. Auch Einzel-, Vier-Fahrten-, Tages-, Wochen- und Kinderkarten erhöhen sich teilweise um 10 Prozent. Stabil bleiben lediglich die Preise für Kurzstrecken-Tickets. Neben Halle erhöhen sich auch die Preise im südlichen Sachsen-Anhalt und rund um Leipzig.

Der MDV begründet die Erhöhung unter anderem damit, dass die Zuschüsse der Stadt Halle (Saale) an die HAVAG seit 2001 um 11 Mio Euro gesunken sind. Auch Landes- und Bundeszuschüsse waren gekürzt wurden. Dagegen sei der Kostenaufwand im letzten Jahr um 20 bis 30% gegenüber 2006 gestiegen. Zudem hätten die um bis zu 15% gestiegenen Kosten für Fahrzeugreparaturen, Ersatzteile und TÜV sowie Betrieb und Unterhaltung der Firmenstandorte für eine immer größer werdende Deckungslücke gesorgt. Wegen weiter steigender Benzinpreise und möglichen Lohnsteigerungen – die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst mehr Lohn – sei deshalb auch in diesem Jahr keine finanzielle Besserung in Sicht, so der MDV. Im Durchschnitt steigen die Preise deshalb um 4,5%. Laut Steffen Lehmann könnten dadurch die Tarifeinnahmen im Verbund um rund 5,3 Mio. Euro gesteigert werden. Allerdings könne dadurch die Deckungslücke nur zu 70 Prozent ausgeglichen werden. Wenn man alle Fehlbeträge ausgleichen wollte, müsste die Preissteigerung deutlich höher ausfallen, so Lehmann. "Dies wollen und können wir unseren Kunden nicht zumuten." Doch auch wenn die Preis-Erhöhung geringer ausfällt als vom MDV nach eigenen Angaben benötigt - die Gefahr, dass künftig noch mehr Fahrgäste ausbleiben, nimmt man dort in Kauf. "Entweder wir erhöhen die Preise, oder wir müssen das Angebot deutlich ausdünnen." Ohne Erhöhung der Preise müssten in Halle beispielsweise ein Drittel der Straßenbahnlinien eingestellt werden. Doch bereits jetzt verliert die HAVAG massiv an Fahrgästen. Im letzten Jahr wurde nur noch 57,4 Mio Fahrgäste gezählt, 2005 waren es noch über 60 Mio. Doch auch mit der Tariferhöhung ist der Schlingerkurs des Verkehrsunternehmens noch nicht beendet. Ab dem nächsten Jahr sollte eigentlich der Stadtwerke-Konzern mit seinen Gewinnen die Verluste der HAVAG ausgleichen. Die Stadtwerke sehen sich dazu aber durch einen Gewinneinbruch nicht in der Lage (Halleforum berichtete).

Kritik an der Preiserhöhung kommt unter anderem von Bündnis 90 / Grüne und der Linkspartei. "Jede Preiserhöhung führt zu sinkenden Passagierzahlen", so Dietmar Weihrich von den Grünen. Deshalb werde man sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass der ÖPNV besser unterstützt wird, so zum Beispiel durch geringe Taktzeiten. "Es ist eine fatale Entwicklung, dass die HAVAG immer weniger Mittel bekommt", fuhr Weihrich fort. Statt Millionengelder in das Umverlegen eines Gasleitung zu pumpen, wäre das Geld bei der HAVAG wesentlich besser angelegt. Uwe Heft, für die Linken im Stadtrat und Landtag sowie Aufsichtsrat beim MDV, forderte ein Ende der Haushaltskonsolidierungen zu Lasten des ÖPNV. Vielmehr sollte der MDV endlich den Verbundgedanken umsetzen und die Fahrscheine in allen Tarifzonen anerkennen. Vor allem die überproportionale Erhöhung bei Karten für Schüler und Azubis sei unter anderem mit Blick auf den Geburtenknick kontraproduktiv. Erschrocken über die neuerlichen Steigerungen zeigte sich Thea Ilse (Wir für Halle). Nahverkehr müsse gut, günstig und attraktiv sein, dann werde er auch genutzt. Sie selbst besitze kein Auto und nutze deshalb nur Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr. Vor allem das die Preiserhöhungen nun wieder auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden, die etwas für die Umwelt tun und das Auto stehen lassen, sei unfair. Thea Ilse warnte zudem vor einer Kipp-Grenze, die möglicherweise bald erreicht werden und die Menschen massenhaft als Fahrgäste abspringen. Verständnis für die Erhöhungen hat Joachim Geuther (CDU). „Schließlich müssen die Straßenbahnfahrer bezahlt werden.“ Zudem seien die Strom- und Benzinpreise in den vergangenen Monaten weiterhin stark abgestiegen. „Wir werden uns die Zahlen aber kritisch anschauen und die Forderungen nicht kommentarlos abnicken“, so Geuther.

Ursprünglich war der Mitteldeutsche Verkehrsverbund dazu gegründet worden, die Preise für den Nahverkehr stabil zu halten.

[attachment=0]1205512912.jpg[/attachment]




Preise außerhalb von Halle:

Tarifzone Leipzig
Einzelfahrkarte + 0,10 €
Einzelfahrkarte Kurzstrecke unverändert
4-Fahrtenkarte + 0,10 € je Fahrt
Einzelfahrkarte Kind + 0,10 €
Tageskarte + 0,20 €
Tageskarte Gruppe + 0,50 €
Monatskarte Jedermann + 2,30 €
Monatskarte Azubi + 1,40 €
ABO-Karte Jedermann + 1,92 €
ABO-Karte Azubi + 1,44 €


Tarifzonen in der Region
Einzelfahrkarte
Preisstufe 1 unverändert
Preisstufe 2 + 0,10 €
Preisstufe 3 + 0,20 €
Preisstufen 4 und 5 + 0,30 €
Preisstufen 6 + Netz + 0,40 €
Einzelfahrkarte Kurzstrecke + 0,10 €
Einzelfahrkarte Kind
Preisstufe 1 unverändert
Preisstufen 2 und 3 + 0,10 €
Preisstufe 4 + 0,20 €
Preisstufe 5 + 0,10 €
Preisstufe 6 + 0,20 €
Preisstufe Netz + 0,30 €
Tageskarte unverändert
Tageskarte Gruppe unverändert
Monatskarte Jedermann ca. + 5,00 % (z.B. + 2,00 € in Preisstufe 1 usw.)
Monatskarte Azubi ca. + 6,00 % (z.B. + 2,00 € in Preisstufe 1 usw.)
ABO-Karte Jedermann ca. + 5,00 % (z.B. + 1,67 € in Preisstufe 1 usw.)
ABO-Karte Azubi ca. + 5,00 % (z.B. + 1,34 € in Preisstufe 1 usw.)

Angefügte Bilder:
1205512912.jpg  
 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#12 von Edgar , 02.05.2009 23:26

Ohne Kommentar:[attachment=0]Preisentwicklung der Regiokarte (BZ v. 30.04.2009).jpg[/attachment] Quelle: Badische Zeitung v. 30.04.2009)

Angefügte Bilder:
Preisentwicklung der Regiokarte (BZ v. 30.04.2009).jpg  
 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#13 von Edgar , 20.05.2009 14:33

Halle (Saale)[/size]
Fläche: 135,02 km²
Einwohner: 234.295 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1735 Einwohner je km²

Freiburg im Breisgau
Fläche: 153,07 km²
Einwohner: 219.430 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1434 Einwohner je km²

Zitat
........................................... Hallesche Verkehrs-AG ....... VAG Freiburg

Basisinformationen
Unternehmenssitz ____________ Halle (Saale)___________________ Freiburg im Breisgau
Webpräsenz _________________ http://www.havag.com _________ http://www.vag-freiburg.de
Beschäftigte _________________ 835 ___________________________ 672

Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Straßenbahn __________________ 15 ____________________________ 4
Bus ___________________________ 23 ___________________________ 26
______________________________________________________________ 1 Seilbahn

Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahn __________________ 223 (lt. Addition 215)_____________ 65 size (müssten lt. Addition 66 sein)
_______________________________ 82 T4D-C _____________________ 21 GT8,,und
_______________________________ 41 B4D-C______________________ 26 GT8Z
_______________________________ 62 DUEW G/Siemens MGT6D _____ 9 Combino
_______________________________ 30 Bombardier MGT-K __________ 10 Combino advanced
Omnibus _______________________ 43 ___________________________ 66 Niederflurbusse
______________________________________________________________ davon 46 Gelenkbusse

Statistik
Fahrgäste pro Jahr _____________ 58 Mio. ______________________ 70 Mio. pro Jahr
Fahrleistung pro Jahr __________________________________________ 7.3 Mio. km

Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien _____________ 84,4 km _______________________ 36,4 km
Buslinien ____________________ 295,6 km ______________________ 272,8 km

Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe ____________________ 3
Länge Gleisanlagen ____________ 177,3 km

Quelle: WIKIPEDIA Hallesche Verkehrs-AG und Freiburger Verkehrs AG


Tarife (VAG Freiburg) (Stand: 08/2008)

Einzelfahrschein
für Einmalfahrer
Preisstufe Erwachsene Kinder (6-14 Jahre)
1 Z.: 2,00 € 1,20 €
2 Z.: 3,40 € 2,10 €
3 Z.: 4,80 € 3,00 €

2x4-FahrtenKarte
für Ab-und-zu-Fahrer (mit fester Preisstufe)
Preisstufe Erwachsene Kinder (6-14 Jahre)
1 Z.: 15,00 € 8,80 €
2 Z.: 25,40 € 14,30 €
3 Z.: 34,00 € 20,40 €

PunkteKarte
für Ab-und-zu-Fahrer (für verschiedene Preisstufen)
Preisstufe 1 Person
1 Z.: 3 Punkte
2 Z.: 5 Punkte
3 Z.: 7 Punkte

REGIO24
für Häufig-Fahrer innerhalb 24 Stunden
Preisstufe 1 Person 5 Personen
1 Zone: 5,00 € 8,50 €
Netz RVF 10,00 € 17,00 €

Regio-MonatsKarte
für spontane Vielfahrer
Erwachsene (persönlich oder übertragbar) 45,50 €
Junioren (persönlich, unter 26 Jahren) 42,00 €
Ausbildung (Schüler, Studierende, 33,50 €
Auszubildende, nur mit Stammkarte gültig)
Kinder (nicht eingeschult) 16,75 €

Regio-JahresKarte
für sparsame Vielfahrer
Erwachsene (persönlich oder übertragbar) 455,00 €

Regio-Karte
im Abonnement
für bequeme Vielfahrer
12 x 39,80 € 477,60 €

SemesterTicket
für Studierende in Freiburg
Semester Ticket (persönlich) 69,00 €

[size=110]Dagegen Halle (lt. "HalleForum"):

Angefügte Bilder:
HAVAG - Tarife (2009).jpg  
 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#14 von Steve Grötzebauch , 21.05.2009 11:20

Edgar?

was willst du uns in Freiburg damit Sagen?

Ich verstehe es vielleicht aber die anderen nicht!

 
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RE: ÖPNV-Tariferhöhungen

#15 von Edgar , 21.05.2009 22:43

Tja, die ’Stastik’ ...

Halle hat 835 Beschäftigte, Freiburg nur 672 (wesentlich geringere Personalkosten)
Halle hat 15 Straßenbahnlinien, Freiburg nur 4 (und eine Seilbahn)
Halle hat 223 Straßenbahnen, Freiburg nur 65
Halle hat 84,4 km Straßenbahnlinien, Freiburg nur 36,4 km

In allen anderen Vergleichen ’gewinnt’ eigentlich auch nur Halle, wie z. B.
Halle hat 295,6 km Buslinien, Freiburg liegt leicht abgeschlagen mit nur 272,8 km dahinter ...

Und trotz der höheren Fixkosten liegen die Tarife der VAG weit über denen der HAVAG !

Nur zwei Beispiele (ab 01.08.2009):

Abo-Monatskarte Halle 37,10 €, Freiburg
Regiokarte Freiburg 47,00 €

Einzelfahrschein Halle 1,70 €
Einzelfahrschein Freiburg 2,10

Abgesehen davon hat Halle eine für Urlauber in Freiburg dringendst gebotene WOCHENARTE !!!

 
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